Kölns Oberbürgermeisterin sucht nach Gründen für das Politik-Misstrauen in der Bevölkerung
Oswin MosemannKölns Oberbürgermeisterin sucht nach Gründen für das Politik-Misstrauen in der Bevölkerung
Eine aktuelle Umfrage unter 982 Politikern aus elf demokratischen Ländern hat ein weit verbreitetes Misstrauen in der Bevölkerung offenbart. Die Ergebnisse, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, zeigen, dass politische Führungskräfte zu den am wenigsten vertrauten Berufsgruppen zählen. Nun will Kölns Oberbürgermeisterin den Gründen dafür auf den Grund gehen.
Henriette Reker, die 68-jährige parteilose Oberbürgermeisterin von Köln, bekleidet ihr Amt seit einem Jahrzehnt. An einem kürzlichen Morgen saß sie im Konferenzraum des Rathaus, um die Konsequenzen der Studie zu bewerten. Die von einem internationalen Team ausgewertete Erhebung umfasste Antworten von 178 anonym gebliebenen Mitgliedern des Deutschen Bundestags.
Die Ergebnisse reihen Politiker neben Steuerbeamten, Journalisten und Versicherungsvertretern zu den unbeliebtesten Berufen ein. Die meisten Befragten äußerten eine negative Haltung gegenüber ihren gewählten Vertretern – ein alarmierendes Signal für das Vertrauen in die Demokratie.
Reker hat um detailliertere Einblicke in die Untersuchungsergebnisse gebeten. Sie möchte erforschen, wie diese Wahrnehmungen die kommunale Politik in Köln und darüber hinaus beeinflussen könnten.
Die Umfrage macht eine deutliche Kluft zwischen Politikern und Bürgern sichtbar. Angesichts sinkenden Vertrauens in gewählte Amtsträger suchen Verantwortliche wie Reker nun nach Wegen, das Problem anzugehen. Die Erkenntnisse bilden den Ausgangspunkt für Debatten über mehr politische Transparenz und Rechenschaftspflicht.






