02 May 2026, 04:09

Lebensgefährlicher Alltag: Wie NRWs Bombenentschärfer mit 40-Kilo-Anzügen und Robotern arbeiten

Ein Mann in militärischer Uniform steht neben einer großen grünen Bombe in einer unordentlichen industriellen Umgebung mit Maschinen, Drähten und beleuchtetem Hintergrund.

Lebensgefährlicher Alltag: Wie NRWs Bombenentschärfer mit 40-Kilo-Anzügen und Robotern arbeiten

In Nordrhein-Westfalen bleibt die Bombenentschärfung eine lebenswichtige und hochriskante Aufgabe. Allein im Jahr 2024 hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Tausende gefährliche Gegenstände entschärft – von Kriegsrelikten bis zu selbstgebauten Sprengsätzen. Einer der erfahrensten Spezialisten auf diesem Gebiet ist Andreas Otte, ein 54-jähriger Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Entschärfung tödlicher Sprengkörper.

Otte arbeitet als ausgebildeter USBV-Fachmann (Spezialist für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) beim Landeskriminalamt (LKA). Sein Team, das 1981 gegründet wurde, zählt heute 15 Mitglieder, die jährlich rund 800 Einsätze bewältigen. Etwa 300 davon betreffen Bombenentschärfungen – von historischen Munitionsfunden bis zu improvisierten Sprengsätzen, die in Laboren oder sogar Fußballstadien auftauchen.

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Die Arbeit erfordert höchste Konzentration und Präzision. Otte trägt einen Bombenentschärfungsanzug, der rund 40 Kilogramm wiegt und über 60.000 Euro kostet. Selbst mit Hilfe dauert das Anlegen 15 Minuten. „Nachlässigkeit kann hier tödlich enden“, betont er – in diesem Beruf zählt jeder Handgriff.

Das LKA setzt zudem auf moderne Technik: Fernsteuerbare Roboter, jeder etwa 300 Kilogramm schwer, unterstützen bei der sicheren Handhabung von Sprengstoffen. 2024 entschärfte der KBD in der Region 1.606 Bomben, 2.496 Granaten, 343 Handgranaten und 30 Minen. Doch die Arbeit beschränkt sich nicht auf Akutfälle – auch präventive Räumungen von Baustellen, auf denen alte Munition vermutet wird, gehören zum Aufgabenbereich.

Durch die Entsorgung Tausender gefährlicher Gegenstände jährlich trägt der KBD maßgeblich zur öffentlichen Sicherheit bei. Otte und sein Team bleiben weiterhin mit hochriskanten Einsätzen konfrontiert, bei denen Fachwissen und Hightech gleichermaßen gefragt sind. Angesichts unentzündeter Kriegsrelikte und neuer Bedrohungen bleibt ihre Arbeit in Nordrhein-Westfalen unverzichtbar.

Quelle