10 June 2026, 02:07

Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz und soziales Engagement

Solingen: "Wiederbelebung des Tanzes im Kirchenkontext"

Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz und soziales Engagement

Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschlands ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die feierliche Verleihung fand am 28. September 2021 in Solingen statt, wo sie für ihr bahnbrechendes Wirken im Tanz und ihr gesellschaftliches Engagement gewürdigt wurde. Der renommierte Preis, der nun zum zehnten Mal vergeben wurde, ehrt alle zwei bis vier Jahre Künstlerinnen und Künstler, die kulturell besonders einflussreich sind.

Rodrigues erhielt die Auszeichnung für ihren mutigen Einsatz von Tanz als Form des Widerstands. Bischof Dr. Georg Bätzing überreichte den Preis und lobte ihren furchtlosen künstlerischen Ausdruck. Gleichzeitig plädierte er dafür, dem Tanz innerhalb der Kirche mehr Anerkennung zu schenken.

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Die Choreografin hatte ihre Tanzcompagnie in eine Favela in Rio de Janeiro verlegt – ein Zeichen für ihr Engagement für sozialen Wandel. Peter Limbourg hob diese außergewöhnliche Haltung hervor, während Prof. Dr. Thomas Sternberg ihre Bescheidenheit betonte: Rodrigues sei mit der Haltung einer Lernenden und nicht als Lehrende an die Gemeinschaft herangetreten.

Während der Zeremonie führte Ruth Amarante auf Rodrigues’ Wunsch eine „getanzte Laudatio“ auf. Die Veranstaltung hatte für Rodrigues eine besondere Bedeutung, da sie tief von Pina Bausch geprägt wurde, einer ebenfalls aus Solingen stammenden Tänzerin.

In ihrer Dankesrede zeigte sich Rodrigues dankbar für die Auszeichnung. Zugleich teilte sie ihre Überzeugung, dass Kultur allen zugänglich sein solle – nicht nur einer privilegierten Minderheit – und äußerte die Hoffnung, die Zukunft der Kunst in der Menschheitsgeschichte mitgestalten zu können.

Der Preis würdigt Rodrigues’ künstlerische Vision sowie ihr Wirken in benachteiligten Gemeinschaften. Durch die Verlegung ihrer Compagnie in eine Favela und ihr Engagement für Inklusion hat sie ein starkes Zeichen gesetzt. Die Verleihung in Solingen markierte die zehnte Vergabe des Preises seit seiner Gründung im Jahr 1990.

Quelle