Lieferando streicht 1.500 Jobs – während Politik Direktanstellungen fordert
Lieferando streicht 1.500 Jobs – während Politik Direktanstellungen fordert
Deutschlands Essenslieferbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem die Landesminister eine Initiative für bessere Arbeitsbedingungen unterstützt haben. Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) fordert eine verpflichtende Direktanstellung für Plattformarbeiter. Gleichzeitig streicht Lieferando tausende Kurierstellen und setzt stattdessen auf selbstständige Subunternehmer.
Die ASMK beschloss einen Antrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, Subunternehmer in der Essenslieferung zu verbieten. Minister wie Karl-Josef Laumann (CDU) aus Nordrhein-Westfalen verwiesen auf prekäre Arbeitsverhältnisse als Begründung. Zwar ist der Beschluss nicht rechtlich bindend, doch er erhöht den politischen Druck, während das Bundesarbeitsministerium an der Umsetzung der EU-Plattformarbeitsrichtlinie arbeitet.
Lieferando hat bereits mit dem Abbau von Arbeitsplätzen begonnen: Das Unternehmen will 1.500 der bundesweit 10.000 angestellten Kurierfahrenden entlassen und durch selbstständige Kräfte über Drittfirmen ersetzen. Allein in Berlin sank die Zahl der fest angestellten Lieferanten seit Januar von 2.000 auf 1.500, in Potsdam gingen bis Oktober weitere 60 Stellen verloren. Bei einem Streik am 23. Oktober protestierten rund 1.900 Essenslieferanten und Unterstützende in Berlin gegen die Umstrukturierung.
Berlins Arbeitsministerin Cansel Kiziltepe (SPD) begrüßte den ASMK-Beschluss als wichtigen Schritt zu faireren Bedingungen. Sie kündigte an, sich weiter für Verbesserungen in der Branche einzusetzen, während die Bundesregierung über strengere Regeln nachdenkt.
Der ASMK-Beschluss setzt die Bundesregierung unter Zugzwang, Direktanstellungen in der Lieferbranche durchzusetzen. Lieferandos Stellenabbau und die Umstellung auf Subunternehmer zeigen, wie sehr die Branche im Umbruch ist. Entscheidend wird sein, wie die EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt wird.
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