29 December 2025, 06:28

Lufthansa glänzt an der Börse – doch am Boden bleibt der Stillstand

Menschen werden auf einem Markt unter einem sonnigen Himmel gesehen.

Lufthansa glänzt an der Börse – doch am Boden bleibt der Stillstand

Lufthansa steht trotz der starken Aktienperformance in diesem Jahr vor zahlreichen Herausforderungen. Die Fluggesellschaft kämpft weiterhin mit am Boden stehenden Maschinen, juristischen Rückschlägen und steigenden Kosten – während sie gleichzeitig nach neuen Lieferanten Ausschau hält.

Seit Januar sind die Aktien um über ein Drittel gestiegen, doch betriebliche und regulatorische Hürden bleiben bestehen.

Ein Mangel an Ersatzteilen und Triebwerken des Herstellers Pratt & Whitney zwingt Lufthansa dazu, täglich durchschnittlich 20 Flugzeuge am Boden zu lassen. Das Problem wird voraussichtlich mindestens bis 2030 anhalten und belastet Flugpläne sowie Kapazitäten.

Unterdessen hat das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Lufthansa-Tochter Eurowings entschieden. Der Airline wurde untersagt, Flüge für einen Aufpreis von 9 Euro als "klimaneutral" zu bewerben, da diese Angabe als irreführend eingestuft wurde. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die Gebühr die Emissionen nicht vollständig ausgleicht – entgegen der Suggestion in der Werbung.

Auf finanzieller Ebene wird Lufthansa ab dem 1. Januar 2026 die Distribution Cost Charge (DCC) pro Buchung um 0,50 Euro erhöhen. Damit soll der direkte Verkauf an Kunden gestärkt und die Abhängigkeit von Drittanbieter-Buchungssystemen verringert werden. Zudem signalisierte Konzernchef Carsten Spohr Interesse an einer Diversifizierung der Zulieferer. Als mögliche dritte Option nannte er den brasilianischen Hersteller Embraer, um die Abhängigkeit von Airbus und Boeing zu verringern. Analysten der US-Bank JPMorgan stufen die Lufthansa-Aktie weiterhin mit "Neutral" ein und setzen das Kursziel auf 7,50 Euro – unter dem aktuellen Handelskurs von 8,21 Euro.

Die Lufthansa-Aktie hat in diesem Jahr um 33,39 Prozent zugelegt und nähert sich ihrem Jahreshoch. Doch das Unternehmen muss nun Lösungen für die am Boden stehenden Flugzeuge, die rechtlichen Einschränkungen beim "grünen" Marketing und die höheren Buchungsgebühren finden.

Die Strategie der Airline, den Direktvertrieb auszubauen und möglicherweise neue Zulieferer zu gewinnen, könnte ihre Ausrichtung in den kommenden Jahren prägen.

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