30 April 2026, 14:17

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum ein Redakteursabschied die Gemüter erhitzt

Schwarzes und weißes Foto einer Zeitung mit einer Liste von Elementen, einschließlich Text und einem Logo, die eine Redaktion anzeigen.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum ein Redakteursabschied die Gemüter erhitzt

Ein öffentlicher Streit ist zwischen dem Verleger und einem ehemaligen Redakteur der Berliner Zeitung entbrannt. Anja Reich-Osang, die 30 Jahre lang leitende Reporterin der Zeitung war, hat das Blatt kürzlich verlassen. Ihr Abschied löste scharfe Kritik von Franz Sommerfeld aus, einem ehemaligen Kollegen, der die politische Ausrichtung der Zeitung unter der aktuellen Führung infrage stellte.

Der Konflikt begann nach Reich-Osangs Ausscheiden, das der Verleger Holger Friedrich als eine routinemäßige Personalentscheidung bezeichnete. Sommerfeld warf der Berliner Zeitung daraufhin vor, ihre politische Haltung zu verändern, woraufhin Friedrich in einem persönlichen Artikel reagierte. Er wies Sommerfelds Vorwürfe als "Unsinn und gefährlich" zurück, verschwiegt jedoch, dass die Kritik nicht von der Redaktion, sondern von Sommerfeld selbst stammte.

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Friedrich, der die Berliner Zeitung seit über sechs Jahren führt, griff zudem das Medienportal kress an. Er bezeichnete deren Berichterstattung über den Fall als unausgewogen und warf ihnen vor, einen Text über seine Ehefrau erfunden zu haben. In seiner Stellungnahme kritisierte er außerdem, dass die Berliner Zeitung Sommerfelds Aussagen verbreitet habe – und damit die Kontroverse nur weiter anheizte.

Beobachter wiesen darauf hin, dass Friedrichs Reaktion seine Abneigung zeigte, sich inhaltlich mit Kritik auseinanderzusetzen. Statt auf die sachlichen Bedenken Sommerfelds einzugehen, konzentrierte sich sein Artikel auf persönliche Animositäten und die Berichterstattung externer Medien.

Der Streit wirft Fragen zur redaktionellen Ausrichtung und zum Führungsstil der Berliner Zeitung auf. Reich-Osangs Abschied nach drei Jahrzehnten markiert das Ende einer Ära für das Blatt. Friedrichs konfrontative Reaktion lässt hingegen vermuten, dass die Spannungen innerhalb der Redaktion weiter bestehen könnten.

Quelle