10 May 2026, 14:13

Maria Happel glänzt als "Heiliger Falstaff" am Burgtheater – zwischen Shakespeare und Tattoos

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, umgeben von Texten, die das Theater und seine Schauspieler beschreiben.

Maria Happel glänzt als "Heiliger Falstaff" am Burgtheater – zwischen Shakespeare und Tattoos

Maria Happel befindet sich derzeit in der Endphase der Proben für Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater. Die Inszenierung markiert die österreichische Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Abseits der Bühne offenbart ihre Karriere wie auch ihre persönlichen Ansichten eine Mischung aus professionellem Engagement und ungeschönter Ehrlichkeit.

Unterdessen bereitet ihre Nachbarin und Kollegin Paula Nocker Mythen des Alltags vor, ein Gemeinschaftsprojekt des Volkstheaters und der Wiener Festwochen.

Happels Verbindung zum Theater ist tief verwurzelt – sowohl auf als auch hinter der Bühne. 2010 stand sie gemeinsam mit ihren Töchtern in Der Weg ins Freie in Reichenau auf der Bühne. Privat bleibt die Familie eng verbunden: Ihre Töchter besitzen sogar einen Schlüssel zu Paula Nockers Wohnung, auch wenn die Gefälligkeit nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Ihr Umgang mit Kritik ist ungewöhnlich. Während Nocker jedes respektvolle Feedback annimmt, behandelt Happel Rezensionen wie Horoskope: Sie nimmt das Positive dankend an und ignoriert das Negative. Diese Einstellung hat sie durch eine Karriere begleitet, die ihr einst den Titel Österreicherin des Jahres einbrachte – eine Auszeichnung, die sie trotz fehlendem Wahlrecht in Österreich behält, da sie weiterhin nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

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Neben der Schauspielerei hat Happel auch Regie geführt. Einmal zog sie sich vom Burgtheater zurück, um die Leitung des Reinhardt Seminars zu übernehmen – doch eine zweite Chance blieb ihr verwehrt. Ihre Haltung zu gesellschaftlichen Themen ist ebenso klar. Sie unterstützt die #MeToo-Bewegung, betont aber, dass noch viel zu tun bleibt.

Körperlich zeigt sich ihr Einsatz für ihre Rollen deutlich: Für Der heilige Falstaff ließ sie sich ein Tattoo stechen – ein kleines, aber auffälliges Detail in einer Inszenierung, die shakespearesche Wurzeln mit zeitgenössischem Theater verbindet.

Happels neueste Arbeit, Der heilige Falstaff, feiert bald Premiere am Burgtheater. Das Stück reiht sich ein in ihre lange Liste theatralischer Beiträge – von der Schauspielerei bis zur Regie. Parallel dazu unterstreicht Nockers anstehende Koproduktion mit den Wiener Festwochen die fortwährende Zusammenarbeit zwischen den führenden Bühnen der Stadt.

Beide Frauen gehen ihren künstlerischen Weg mit unterschiedlichen Herangehensweisen an Kunst, Kritik und die sich wandelnde Theaterlandschaft.

Quelle