14 March 2026, 12:10

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, die bekannte belarussische Oppositionsführerin, erhält den Internationalen Karlspreis zu Aachen. Die Auszeichnung würdigt ihren jahrelangen Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Ihre Freilassung aus der Haft Ende 2025 erfolgte nach massivem internationalem Druck, darunter Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten.

Kolesnikowa wurde erstmals 2020 als zentrale Figur der Massenproteste gegen den langjährigen Machthaber Belarus', Alexander Lukaschenko, international bekannt. Ihr Widerstand führte zu ihrer Verhaftung und einer elfjährigen Haftstrafe in einer Strafkolonie. Bis Dezember 2025 blieb sie inhaftiert, ehe sie im Rahmen von US-geführten Verhandlungen zusammen mit 120 weiteren politischen Gefangenen freigelassen wurde.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrte in der Vergangenheit Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Kolesnikowa erhielt die Auszeichnung für das Jahr 2022 in einer feierlichen Zeremonie im Aachener Krönungssaal im März 2026. Die Veranstalter lobten ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime. Der Preisträger von 2023 war Mario Draghi, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank und italienischer Ministerpräsident.

Trotz ihrer Freilassung bleibt die politische Lage in Belarus repressiv. Ein UN-Bericht vom März 2026 dokumentierte, dass viele entlassene Häftlinge mit Abschiebungen oder willkürlichen Ausweisungen konfrontiert sind – ein klarer Verstoß gegen Menschenrechtsstandards. Der Internationale Strafgerichtshof leitete zudem ein Vorermittlungsverfahren zu möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Belarus ein. Unterdessen vertieft Minsk seine Beziehungen zu Russland und China; jüngste Gespräche drehten sich um wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit im Rahmen von Initiativen der UN-Charta. Belarus pflegt zudem Kontakte zur Taliban-Regierung, die Russland offiziell anerkannt hat.

Nach ihrer Entlassung erhielt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Der Karlspreis unterstreicht ihre Rolle im Kampf Belarus' um demokratische Freiheiten. Doch die Unterdrückung im Land hält an: Menschenrechtsverletzungen dauern fort, und die Annäherung an Moskau und Peking schreitet voran.

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