Maschinenbauer aus NRW unter Sanktionsverdacht: Lieferungen nach Indien und Europa im Fokus
Klothilde BergerUmgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Maschinenbauer aus NRW unter Sanktionsverdacht: Lieferungen nach Indien und Europa im Fokus
Ein Maschinenbauunternehmen in Nordrhein-Westfalen steht unter Verdacht, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben. Die Köppern GmbH & Co. KG wird beschuldigt, Ausrüstung für die Düngemittelproduktion nach Zentralasien, insbesondere nach Indien, geliefert zu haben, die möglicherweise nach Europa umgeleitet wurde. Im Rahmen der Ermittlungen durchsuchten die Behörden die Unternehmensstandorte.
Zollfahnder durchsuchten die Büros von Köppern in Hattingen und Freiberg (Sachsen) wegen des Verdachts auf Verstöße gegen Exportbestimmungen. Die Razzien, die von der Staatsanwaltschaft Essen bestätigt wurden, richteten sich gegen mögliche Verstöße nach dem Außenwirtschaftsgesetz. Es gab keine Festnahmen, und die Beamten hielten sich mit weiteren Details zurück, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Im Mittelpunkt des Falls stehen Lieferungen im Wert von mehreren Millionen Euro. Köppern, ein Spezialist für Walzenpressen in der Düngemittelherstellung, soll über einen zentralasiatischen Produzenten indirekt Ausrüstung nach Europa geliefert haben. Die EU-Sanktionen, die als Reaktion auf den Ukraine-Krieg verhängt wurden, verbieten solche Exporte nach Europa.
Das Unternehmen erklärte, es arbeite mit den Behörden zusammen. Bisherige interne Prüfungen hätten keine Hinweise auf Verstöße ergeben. Köppern nannte weder die Lieferanten für die Komponenten seiner Maschinen noch bestätigte es, ob die Ausrüstung tatsächlich nach Europa gelangt oder über Usbekistan geschmuggelt worden sei.
Das Rechercheportal Correctiv hatte die Vorwürfe erstmals am 29. Januar 2026 veröffentlicht. Die Zollbehörden konzentrieren ihre Ermittlungen auf Köppern selbst und nicht auf Drittanbieter, da das Unternehmen als mutmaßliche Quelle der Sanktionverstöße gilt.
Die Untersuchungen gegen Köppern laufen noch, Anklagen wurden bisher nicht erhoben. Die Behörden prüfen weiterhin, ob die Ausrüstung des Unternehmens entgegen der EU-Vorgaben nach Europa gelangt ist. Das Ergebnis des Verfahrens könnte Auswirkungen auf die Exportkontrollen und die Durchsetzung der mit dem Ukraine-Konflikt verbundenen Sanktionen haben.






