04 March 2026, 15:27

"Miss Germany" 2026: Warum zwei Finalistinnen die Debatte über deutsche Identität entfachen

Ein altes Buchcover mit drei Frauen in traditioneller bayrischer Tracht, wobei eine ein herzförmiges Objekt auf einem Teller hält, betitelt mit "Riaderadatich, September 1918".

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026: Warum zwei Finalistinnen die Debatte über deutsche Identität entfachen

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Der Wettbewerb, der am 7. März in den Bavaria Studios stattfindet, präsentiert neun Finalistinnen – darunter zwei Frauen, die wegen ihres nicht traditionellen deutschen Images auf Kritik stoßen.

Sowohl Büsra Sayed als auch Amina Ben Bouzid setzen sich gegen Klischees zur Wehr und betonen ihre deutsche Herkunft, während sie enge Vorstellungen davon herausfordern, was es bedeutet, deutsch zu sein.

Das Finale zur "Miss Germany 2026" markiert einen Wandel weg von klassischen Schönheitswettbewerben. Die Veranstalter legen nun den Fokus auf Führungskompetenzen und Unternehmerinnentum – mit dem Ziel, künftige DAX-Vorständinnen und erfolgreiche Gründerinnen zu entdecken. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und setzt künstliche Intelligenz ein, um das deutsche Gesundheitssystem zu verbessern.

Zu den diesjährigen Finalistinnen zählen die 27-jährige Berliner Unternehmerin Büsra Sayed und die 28-jährige Amina Ben Bouzid aus Wiesbaden. Sayed, bekannt als Büsra Caramella, trägt ein Kopftuch und führt ein Modelabel für muslimische Frauen. Ben Bouzid unterstützt frauengeführte Marken beim Wachstum ihrer Unternehmen und ist in der Kategorie "Female Leader" nominiert.

Beide Frauen sahen sich Vorwürfen ausgesetzt, nicht "deutsch genug" zu sein – vor allem wegen ihres Kopftuchs. Sayed erhielt seit ihrer Nominierung rassistische Kommentare, während Ben Bouzid ihre Teilnahme als Chance sieht, Mädchen mit ähnlichem Hintergrund zu inspirieren. Eine weitere Finalistin, Abina Ntim aus Hamburg, setzt sich für die Pflege afrodeutscher Haare ein und bereichert damit die vielfältige Repräsentation der Veranstaltung.

Die Neuausrichtung des Wettbewerbs betont Ehrgeiz statt Äußerlichkeiten. Die Finalistinnen treten in Kategorien wie "Female Founder" und "Female Leader" an – ein Zeichen für ein erweitertes Verständnis der Rolle von Frauen in der Gesellschaft.

Neun Frauen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Zielen werden bei der Veranstaltung im Rampenlicht stehen. Sayed und Ben Bouzid fordern mit ihrer Präsenz veraltete Vorstellungen von deutscher Identität heraus. Die Siegerin wird nicht nach klassischen Schönheitsidealen, sondern nach ihrem Führungspotenzial gewählt.