Neuer Schneeleopard Qilian soll in Krefeld die Zucht retten
Ein junger Schneeleopard mit Namen Qilian ist im Rahmen des langjährigen Zuchtprogramms im Krefelder Zoo eingetroffen. Das am 12. Juni 2024 im Welsh Mountain Zoo in Großbritannien geborene Männchen soll nun mit der in Krefeld geborenen Weibchen Dawa verpaart werden. Mit dem Umzug soll das Engagement des Zoos für den Artenschutz dieser vom Aussterben bedrohten Tierart fortgesetzt werden.
Der Krefelder Zoo züchtet seit 1966 Schneeleoparden und leistet damit seit Jahrzehnten einen Beitrag zum europäischen Artenschutz. Viele der dort geborenen Jungtiere wurden in andere Zoos umgesiedelt und halfen so, die Populationen auf dem gesamten Kontinent zu stabilisieren. Auch der Kölner Zoo, eine weitere wichtige Einrichtung, hat seit den 1970er-Jahren über 80 Schneeleoparden gezüchtet – allerdings sind die genauen Zahlen der Krefelder Zuchterfolge weniger gut dokumentiert.
Qilians Ankunft erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die ältere Dawa bisher noch keine Jungtiere zur Welt gebracht hat. Da die Fruchtbarkeit bei älteren Weibchen nachlässt, wird die Verpaarung als entscheidender Schritt angesehen, um die Zuchtlinie des Zoos in eine achte Generation fortzuführen. Derzeit gewöhnt sich Qilian an sein neues Zuhause und ist am häufigsten in der zentralen Anlage zu beobachten.
In freier Wildbahn sind Schneeleoparden durch den Klimawandel und Wilderei stark bedroht. Lebensraumverlust und schrumpfende Beutetiere haben den weltweiten Bestand auf schätzungsweise 3.920 bis 6.390 Individuen reduziert. Organisationen wie der Snow Leopard Trust, der vom Krefelder Zoo unterstützt wird, setzen sich für den Schutz der Art in ihren ursprünglichen Bergregionen ein.
Die Verpaarung von Qilian und Dawa stellt einen weiteren Versuch dar, die Zukunft der Schneeleoparden in menschlicher Obhut zu sichern. Sollte die Paarung erfolgreich sein, könnten ihre Nachkommen die europäischen Artenschutzprogramme weiter stärken. Gleichzeitig bleiben die wildlebenden Populationen auf Schutzmaßnahmen angewiesen, um den anhaltenden Umweltgefahren und vom Menschen verursachten Bedrohungen zu begegnen.






