NRW bremst beim Ausbau der Wasserkraft – trotz ungenutztem Potenzial an Flüssen
Anto SchülerVerband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - NRW bremst beim Ausbau der Wasserkraft – trotz ungenutztem Potenzial an Flüssen
Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnet seit zwei Jahren keinen nennenswerten Zubau bei der Wasserkraft – trotz vorhandenem Potenzial. Zwar bieten Flüsse wie Lippe, Rur und Werre geeignete Standorte für neue Wasserkraftwerke, doch die Entwicklung stockt. Experten warnen, dass diese Stagnation den Klimaschutz- und Energiezielen des Landes widerspricht.
Ende 2025 verfügte NRW über 517 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt. Doch im Laufe des Jahres kam lediglich ein kleines Wasserrad in Düren hinzu, das nur minimale Energie erzeugt. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) bestätigt, dass in diesem Zeitraum keine konventionellen Wasserkraftanlagen gebaut wurden.
Bundesweit wurden zwischen 2021 und 2025 rund 250 Mini-Wasserkraftwerke (unter 1 MW Leistung) installiert. Bayern führte mit etwa 90 neuen Standorten, gefolgt von Baden-Württemberg (70) und Sachsen (40). NRW hingegen blieb weit zurück.
Betreiber in NRW kämpfen mit langen Genehmigungsverfahren sowie Widerstand von Naturschutzverbänden und Behörden. Zudem sieht der Entwurf der Landeswasserstrategie eine beschleunigte Beseitigung von Flussbarrieren vor – was die Ausbauchancen der Wasserkraft weiter einschränken könnte. LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisiert, dieser Stillstand stehe im Widerspruch zur eigenen Energiepolitik der Landesregierung und gefährde die wirtschaftliche Nachhaltigkeit.
Fehlende Neuprojekte lassen NRW im bundesweiten Vergleich zurückfallen. Obwohl geeignete Flussabschnitte verfügbar sind, könnten die aktuellen Verzögerungen den Fortschritt bei der Energiewende bremsen. Die künftige Strategie des Landes wird zeigen, ob die Wasserkraft wieder an Fahrt aufnimmt.






