NRW führt ABC-Kurse ein – doch Schulen stehen vor dem Kollaps
Nordrhein-Westfalen führt verpflichtende "ABC-Kurse" für Kinder mit Sprachdefiziten ein
Kinder, die in frühen Sprachstandstests durchfallen, müssen künftig in Nordrhein-Westfalen verpflichtend an sogenannten "ABC-Klassen" teilnehmen. Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) betont, dass kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse die Schule beginnen solle. Kritiker warnen jedoch, dass das Vorhaben an mangelnder Finanzierung, fehlendem Platz und Personal scheitern könnte.
Rund 22.000 Kinder fielen im Schuljahr 2023/2024 durch die Sprachstandsdiagnostik – sie sind nun für die neuen Förderkurse vorgesehen. Statt zusätzlicher Unterstützung in der Kita sollen sie künftig mehrmals pro Woche spezielle Sprachförderung an Grundschulen erhalten. Die Lehrergewerkschaft VBE in Solingen hält die geplanten Transportwege für unrealistisch: Die Kinder müssten regelmäßig zwischen Kita und Schule pendeln.
Grundschulen in Solingen sind bereits am Limit Viele Schulen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze, nachmittägliche Betreuungsangebote finden teilweise in Provisorien wie Containern statt. Durch Lehrkräftemangel fallen Stunden aus, und offene Stellen für qualifiziertes Personal bleiben oft unbesetzt. Bildungsexperten kritisieren, dass die Politik die Verantwortung lediglich von den Kitas auf die Schulen verlagere – ohne die strukturellen Probleme zu lösen.
Die Landesregierung überlässt die Umsetzung den Kommunen, stellt aber keine zusätzlichen Mittel für Bauvorhaben oder Planung bereit. Sozialpädagog:innen, die ohnehin schon überlastet sind, fürchten, dass die neuen Kurse sie an den Rand der Belastungsgrenze treiben. Ohne mehr Personal und Räumlichkeiten droht das Programm, Burnout zu verstärken und die Bildungsqualität weiter zu senken.
Theorie statt Praxis: Ohne Ressourcen bleibt der Plan wirkungslos Bevor die ersten ABC-Kurse überhaupt starten können, kämpfen Schulen mit Überlastung, Personalnot und logistischen Hürden. Solange keine zusätzlichen Mittel fließen, könnte die Maßnahme bestehende Probleme verschärfen – statt Kindern mit Sprachschwierigkeiten wirklich zu helfen.






