NRW führt Kernbetreuungszeiten in Kitas ein – mehr Planbarkeit trotz Fachkräftemangel
Hellmuth OrtmannNRW führt Kernbetreuungszeiten in Kitas ein – mehr Planbarkeit trotz Fachkräftemangel
Nordrhein-Westfalen plant Einführung von Kernbetreuungszeiten in Kitas durch neues Kinderbildungsgesetz
Nordrhein-Westfalen will in Kitas künftig verbindliche Kernöffnungszeiten einführen. Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) verteidigt den Vorschlag und argumentiert, dies bringe mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit in das System. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund eines akuten Fachkräftemangels in der frühkindlichen Betreuung.
Das geplante Gesetz sieht vor, dass Kitas ihre voll ausgebildeten Fachkräfte auf eine fünfstündige "Kernzeit" pro Tag konzentrieren. In diesem Zeitraum sollen die Einrichtungen mit dem regulären pädagogischen Personal arbeiten. Außerhalb dieser Kernzeit würden ergänzende Kräfte mit zweijähriger – statt der üblichen dreijährigen – Ausbildung die sogenannten "Randzeiten" abdecken.
Schäffer verwies auf die anhaltenden Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu gewinnen. Das neue Modell solle helfen, die Betreuung zu stabilisieren, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Ähnliche Systeme mit festen Kernzeiten – etwa von 7:30 bis 16:30 Uhr oder 8:00 bis 16:00 Uhr – wurden bereits in einigen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen erprobt.
Bisher liegen jedoch keine konkreten Studien vor, die die Auswirkungen solcher Modelle auf die Personalverfügbarkeit, die Betreuungsqualität oder die Zufriedenheit der Eltern untersuchen. Die Ministerin betont, es gehe vor allem darum, die aktuellen Personalengpässe zu überwinden und gleichzeitig eine kontinuierliche Unterstützung der Kinder sicherzustellen.
Das neue Kinderbildungsgesetz zielt darauf ab, den Kita-Betrieb durch die Aufteilung in Kern- und Randzeiten neu zu strukturieren. In den verlängerten Öffnungszeiten sollen weniger erfahrene Kräfte eingesetzt werden, um die Belastung für das qualifizierte Personal zu verringern. Die Maßnahme spiegelt die übergeordneten Herausforderungen im deutschen Kita-System wider, wo die Nachfrage nach Betreuungsplätzen weiterhin das Angebot übersteigt.
Schäffer defends core hours with staff flexibility and real-world examples
Minister Schäffer has elaborated on her rationale for core care hours in kindergartens, citing staff shortages and practical examples.
- She told the Rheinische Post: 'We have only the choice to restrict care hours or become more flexible with staff.'
- Schäffer cited a case where a group closes one day a week due to staffing gaps.
- The new law allows trained staff to focus on five-hour core periods, with supplementary staff covering remaining hours.






