19 June 2026, 12:11

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen löst Kritik aus

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, um verschiedene Teilbereiche dieser Anlagen einheitlich im gesamten Bundesland zu klassifizieren.

Der Leitfaden legt verbindliche Kriterien für die Bewertung von Teilflächen von Photovoltaikanlagen fest. Dabei kommt ein Punktesystem von null bis fünf zum Einsatz, das sich am ökologischen Wert orientiert. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet.

Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde spezifische Maßnahmen: Dazu gehören Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer Mindesthöhe von 0,8 Metern an der Unterseite sowie eine fundamentfreie Bauweise. Die Flächen zwischen den Modulreihen werden anhand ihres Zielbiotops bewertet, was zu Abzügen in der ökologischen Bilanz führen kann. Die Bereiche direkt unter den Modulen erhalten in der Regel einen Punkt und sind damit ökologisch mit Schotterwegen vergleichbar.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.

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Ziel des Leitfadens ist es, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen für Photovoltaikanlagen in ganz Nordrhein-Westfalen zu standardisieren. Das Land plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 auszubauen, mit einem weiteren Ziel von 50 Gigawatt bis 2040.

Quelle