NRW-Gehaltreform 2026: Warum Lehrkräfte trotz Angleichung protestieren
Oswin MosemannNRW-Gehaltreform 2026: Warum Lehrkräfte trotz Angleichung protestieren
Geplante Reform in Nordrhein-Westfalen: Angleichung der Einstiegsgehälter für Lehrkräfte bis August 2026
Eine geplante Reform in Nordrhein-Westfalen soll bis August 2026 die Einstiegsgehälter aller Lehrkräfte angleichen. Die Maßnahme, die die gleiche Wertschätzung für alle Lehrtätigkeiten widerspiegeln soll, hat jedoch Proteste von Gewerkschaften und Oppositionsparteien ausgelöst. Kritiker monieren, dass die Neuregelung die Gehaltsunterschiede bei Führungs- und Beförderungspositionen nicht berücksichtigt.
Nach dem neuen System werden Grundschul- und Lehrkräfte der Sekundarstufe I künftig die gleichen Einstiegsgehälter erhalten wie ihre Kollegen in höheren Schulformen. Ziel der Reform ist es, die Personalausstattung zu verbessern und die gleiche Bedeutung aller Lehrtätigkeiten anzuerkennen. Doch die Gewerkschaften warnen, dass sich an den finanziellen Rahmenbedingungen für Beförderungs- und Funktionsstellen nichts ändern werde – was zu Frustration unter den Lehrkräften führe.
Die Gewerkschaften betonen, dass die erste Beförderungsstufe künftig dasselbe Gehalt bieten werde wie die Einstiegsbesoldung. Damit entfalle jeder finanzielle Anreiz, zusätzliche Verantwortung oder Funktionsaufgaben zu übernehmen. Die Opposition schließt sich der Kritik an und bezeichnet das Fehlen einer Gehaltsdifferenzierung als gravierenden Mangel des Plans.
Die SPD bringt die aktuelle Gehaltsstruktur mit den rund 1.200 unbesetzten Schulleitungs- und Stellvertreterstellen im Land in Verbindung. Die Gewerkschaften fordern bis 2027 eine grundlegende Reform der Besoldungsstrukturen, darunter klare Karrierewege und Haushaltssicherungen. Ohne diese Änderungen drohe eine zunehmende Demotivation bei Lehrkräften, die zusätzliche Aufgaben übernehmen.
Die Reform tritt am 1. August 2026 in Kraft, doch ihre Auswirkungen auf die Motivation der Lehrkräfte und die Rekrutierung von Führungspersonal bleiben ungewiss. Gewerkschaften und Oppositionsgruppen drängen weiterhin auf Nachbesserungen, um eine faire Bezahlung für Beförderungs- und Funktionsstellen zu gewährleisten. Die Landesregierung hat auf die Forderungen nach weiteren Änderungen bisher noch nicht reagiert.






