01 March 2026, 10:09

NRW-Innenminister warnt vor wachsender Gewalt durch linksextreme Gruppen wie "Angry Birds Command"

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

NRW-Innenminister warnt vor wachsender Gewalt durch linksextreme Gruppen wie "Angry Birds Command"

Herbert Reul, seit 2017 Innenminister von Nordrhein-Westfalen, hat eine neue Einschätzung zum Linksextremismus in der Region vorgelegt. Der Bericht verweist auf wachsende Spannungen, darunter eine Zunahme von Sachbeschädigungen, vermeidet es jedoch, die Lage als Terrorismus einzuordnen.

Zu den zentralen Erkenntnissen zählt die Aktivität des "Angry Birds Command", eines Sabotagenetzwerks mit Verbindungen zu anarchoprimitivistischen Überzeugungen. Die Analyse beleuchtet zudem ideologische Verschiebungen innerhalb der linksextremen Szene: Während postautonome Bewegungen an Einfluss verlieren, gewinnen orthodox-kommunistische Strömungen an Boden.

Der Bericht beginnt mit einem Überblick über linksextreme Ideologien, von den Wurzeln des Marxismus-Leninismus und Trotzkismus bis zum Anarchismus. Anschließend wird auf aktuelle Entwicklungen eingegangen – so habe sich die Zahl der Sachbeschädigungen zwischen 2024 und 2025 mehr als verdoppelt. Allerdings richteten sich viele Angriffe gezielt gegen Wahlkampfmaterial rechtsextremer Gruppen und nicht gegen allgemeine Vandalenakte.

Ein Abschnitt widmet sich dem "Budapest-Komplex", einer Gruppierung mit Bezügen zu linksextremen Kampfsportkreisen. Behörden zeigen sich besorgt über deren Aggressionspotenzial, auch wenn 2024 keine Verurteilungen wegen Mitgliedschaft in verbotenen Organisationen registriert wurden. Gleichzeitig dokumentiert der Bericht den Niedergang postautonomer Netzwerke wie der "Interventionistischen Linken" oder "ums Ganze", während orthodox-kommunistische Gruppen an Zulauf gewinnen.

Eine ehemalige Aktivistin berichtete dem WDR von ihren Vorbehalten gegenüber bestimmten Protestmethoden und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zwar übe sie Kritik an einzelnen Aktionen, verwarf jedoch eine pauschale Verurteilung des "Linksextremismus". Der Bericht geht zudem auf das "Angry Birds Command" ein – ein in Nordrhein-Westfalen aktives Netzwerk mit anarchoprimitivistischer Ausrichtung, das Natur über die industrielle Gesellschaft stellt und in Sabotageakte verwickelt ist.

Trotz dieser Trends kommt Reuls Analyse zu dem Schluss, dass es keine klaren Anzeichen für eine Entwicklung hin zu organisiertem "linksextremistischem Terrorismus" gebe. Stattdessen deuten die Ergebnisse auf eine zersplitterte, aber hartnäckige extremistische Szene in der Region hin.

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Die Einschätzung zeichnet ein komplexes Bild des Linksextremismus in Nordrhein-Westfalen: Zwar nehmen Sachbeschädigungen zu und neue ideologische Strömungen entstehen, doch ein koordinierter Schritt in Richtung Terrorismus lässt sich nicht erkennen. Die Behörden bleiben wachsam – insbesondere gegenüber Gruppen wie dem "Angry Birds Command" oder dem "Budapest-Komplex", während die Spannungen zwischen Aktivisten, rechtsextremen Zielen und den Sicherheitsbehörden anhalten.