08 February 2026, 12:33

NRW-Krankenhäuser unvorbereitet auf Großschadenslagen – Strom, Wasser und Medikamente fehlen

Ein gerahmtes Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.

NRW-Krankenhäuser unvorbereitet auf Großschadenslagen – Strom, Wasser und Medikamente fehlen

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit der Vorbereitung auf Großschadenslagen

Eine aktuelle Umfrage unter 53 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen (NRW) offenbart gravierende Lücken bei der Notfallvorsorge: Es mangelt an ausreichender Stromversorgung, Wasserreserven und medizinischen Vorräten. Die städtischen Kliniken Kölns schlagen zwar vor, einen Doppelnutzen-Keller als Parkhaus und Krisenstation einzurichten – doch das Projekt scheitert bisher an der Finanzierung.

Während des Kalten Krieges unterhielt NRW noch Hilfsbunker, die im Ernstfall als medizinische Versorgungszentren hätten dienen können. Heute existieren diese Schutzräume nicht mehr, und kein einziges Krankenhaus in der Region verfügt über unterirdische Schutzbereiche. Der Plan Kölns, ein zweistöckiges Untergeschoss zu bauen – im Frieden als Parkgarage nutzbar, in der Krise als Notfallhub –, liegt wegen fehlender Mittel auf Eis. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann räumte die Versorgungslücken ein und regte an, stattdessen Bundesmittel aus dem Verteidigungsetat zu beantragen.

Die meisten der befragten Krankenhäuser verfügen zwar über Notstromaggregate, doch nur die Hälfte könnte den Betrieb drei Tage lang aufrechterhalten. Das Bergmannsheil in Bochum, geleitet vom Wirbelsäulenspezialisten Mirko Aach, entspricht diesem Muster: Fünf Dieselgeneratoren sichern hier 72 Stunden Strom. Selbst gut ausgestattete Häuser wie das Bergmannsheil geben jedoch zu, auf große Katastrophen – etwa einen Angriff auf die NATO oder Deutschland – nicht vorbereitet zu sein.

Auch die medizinische Versorgung birgt Risiken. Zwar lagern die meisten Krankenhäuser essenzielle Medikamente für zwei bis sechs Wochen, doch Blutreserven wären in einer Krise schnell aufgebraucht. Professor Boris Augurzky schlug ein rotierendes Lagerungssystem vor, um die Haltbarkeit der Arzneimittel zu gewährleisten – doch es gibt keine aktuellen Studien darüber, wie viele deutsche Krankenhäuser eine solche Methode bereits anwenden. Noch prekärer ist die Wasserversorgung: Nur jedes fünfte Krankenhaus hält einen Vorrat an Flaschenwasser für eine Woche bereit, die übrigen sind vollständig von externen Lieferungen abhängig.

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Die Umfrage zeigt: Die Krankenhausinfrastruktur in NRW ist anfällig. Ohne gesicherte Finanzierung bleiben Projekte wie der Kölner Doppelnutzen-Keller vorerst blockiert. Gleichzeitig machen die Abhängigkeit von kurzfristigen Stromlösungen, begrenzten Wasserreserven und statischen Medikamentenbeständen die Einrichtungen in langandauernden Krisen verwundbar.