NRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Schließungen drohen trotz Rekordnachfrage
Hellmuth OrtmannNRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Schließungen drohen trotz Rekordnachfrage
Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen unter wachsendem Druck: Steigende Nachfrage und drohende Schließungen
In ganz Nordrhein-Westfalen geraten die Tafeln zunehmend unter Druck, da die Nachfrage steigt und wichtige Standorte vor der Schließung stehen. Bei einem Bürgergeld von nur 563 Euro pro Person im Monat sind bis zu 400.000 Menschen auf die Lebensmittelausgaben angewiesen. Doch mehrere Filialen – darunter auch zentrale Verteilerstellen – kämpfen darum, Räumlichkeiten zu finden, um ihren Betrieb aufrechterhalten zu können.
Die Tafel in Moers, ein entscheidendes Logistikzentrum für 14 weitere Standorte am Niederrhein, steht vor dem Aus. Der Mietvertrag läuft aus, und alle Versuche, neue Räume zu finden, sind gescheitert. Raffaele Corda, der Leiter der Einrichtung, engagiert sich seit 14 Jahren ehrenamtlich, warnt jedoch, er könnte zurücktreten, falls sich keine Lösung abzeichnet.
Die Krise beschränkt sich nicht auf Moers. Die Düsseldorfer Tafel hat bereits ihren Standort verloren, und auch der Bonner Standort droht die Räumung. Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl betont die Instabilität eines Systems, das auf Spenden basiert, ohne einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung. Diese Unsicherheit setze besonders schutzbedürftige Menschen zusätzlichen Risiken aus.
Da das Bürgergeld kaum die Grundbedürfnisse deckt, sind die Tafeln für viele überlebenswichtig. Doch ohne stabile Räumlichkeiten gerät selbst diese begrenzte Hilfe nun in Gefahr.
Der Verlust zentraler Tafel-Standorte könnte die Versorgung von Tausenden in der Region unterbrechen. Falls keine neuen Räume gefunden werden, könnten Leiter wie Corda die Einrichtungen verlassen – und das Netzwerk weiter schwächen. Für diejenigen, die mit 563 Euro im Monat auskommen müssen, wären die Folgen solcher Schließungen unmittelbar und verheerend.






