"Opferpopp 2.0": Halle (Saale) gedenkt der Vergessenen in immersivem Theaterprojekt
Oswin Mosemann"Opferpopp 2.0": Halle (Saale) gedenkt der Vergessenen in immersivem Theaterprojekt
Im März 2026 kommt eine neue immersive Theaterinstallation nach Halle. "Opferpopp 2.0 – Ein Requiem" feiert am 5. März im Rahmen der Reihe "ERINNERN IST HEIMAT" Premiere. Die Produktion verwandelt das nt-Schaufenster des Thalia Theaters Halle in einen begehbaren Raum namens "Klubhaus Kluth".
Die Installation läuft vom 5. bis 22. März 2026 und verbindet Ausstellungs-, Club- und Performance-Elemente. Besucher:innen können selbst entscheiden, wie intensiv sie sich mit den Themen Erinnerung, Gewalt und Ausgrenzung auseinandersetzen möchten. Das Projekt ist eine Fortsetzung des 2007 uraufgeführten Stücks "Opferpopp", in dem junge Laiendarsteller:innen ihre Erfahrungen mit Vernachlässigung und Aggression teilten.
"Opferpopp 2.0" fungiert als "Denkmal für die Getilgten" und ehrt jene, die nicht mehr anwesend sind – darunter Alexander Kluth, ein ehemaliges Ensemblemitglied, das im vergangenen Jahr starb. Regisseur Mirko Borscht und der Videokünstler Hannes Hesse beleuchten das Leben der ursprünglichen Besetzung von 1999 und fragen, was aus ihnen geworden ist. Keine der damaligen Darsteller:innen ist heute noch in Halles künstlerischer oder sozialer Szene aktiv, und auch überregionale Bekanntheit haben sie nicht erlangt.
Die Reihe "ERINNERN IST HEIMAT" setzt sich mit Halles ungelösten Fragen, Verpflichtungen und Wunden auseinander. Diese Produktion richtet sich explizit an junge Menschen ab 14 Jahren und bietet einen Begegnungsraum in einer Stadt, in der öffentliche Orte für Jugendliche zunehmend verschwinden.
Das "Klubhaus Kluth" öffnet Anfang März seine Türen und verbindet Performance, Diskussion und Reflexion. Es soll einen Gegenraum für junge Zielgruppen schaffen und gleichzeitig die Geschichten einer vergessenen Generation aufarbeiten. Tickets und weitere Informationen gibt es über das Thalia Theater Halle.






