04 March 2026, 20:56

Panama-Papers-Prozess in Köln: Schweizer wegen 13 Millionen Euro Steuerhinterziehung angeklagt

Ein aufgeschlagenes Buch mit dem Titel 'Dissertation Juridica de Victore in Expensas Condemando' und Text auf der sichtbaren Seite, der sich auf das Gericht bezieht.

Prozess um die 'Panama Papers' in Deutschland beginnt - Panama-Papers-Prozess in Köln: Schweizer wegen 13 Millionen Euro Steuerhinterziehung angeklagt

Ein 56-jähriger Schweizer steht seit dieser Woche in Köln vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, Briefkastenfirmen gegründet zu haben, um Kunden bei der Steuerhinterziehung zu helfen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen 13 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern; die mutmaßlichen Straftaten erstrecken sich über den Zeitraum von 2002 bis 2019. Der Angeklagte hat eine Teilverantwortung eingeräumt und Bedauern über seine Rolle in dem System geäußert.

Der Prozess knüpft an die Enthüllungen der Panama Papers im Jahr 2016 an, eines massiven Datenleaks, das die Geschäfte von Scheinfirmen in Panama offenlegte. Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) veröffentlichte die Erkenntnisse und erhielt dafür 2017 den Pulitzer-Preis. Die Veröffentlichungen lösten weltweit Steuerermittlungen aus und brachten Regierungen – darunter auch Deutschland – zusätzliche Millioneninnahmen ein.

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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in zwei separaten Fällen kriminelle Vereinigungen gebildet und Steuerhinterziehung begünstigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über 50 Briefkastenfirmen genutzt zu haben, um die wahren Eigentümer von Vermögenswerten zu verschleiern und Steuerbetrug zu ermöglichen. Der geschätzte Steuerausfall durch diese Firmen beläuft sich allein auf etwa 13 Millionen Euro.

Fast ein Jahrzehnt, nachdem die Panama Papers erstmals Schlagzeilen machten, laufen die juristischen Verfahren gegen Beteiligte noch immer. Zwar nennt der Kölner Prozess keine weiteren Anklagen oder betroffene Regionen, doch zeigt er die langfristigen Auswirkungen des Datenleaks auf die finanzielle Transparenz.

Der Prozess in Köln markiert einen weiteren Schritt bei der Aufarbeitung des Panama-Papers-Skandals. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten erhebliche Strafen für seine Rolle in dem Steuerhinterziehungssystem. Der Fall unterstreicht zudem die anhaltenden Bemühungen, Einzelpersonen für Finanzverbrechen im Zusammenhang mit Offshore-Strukturen zur Verantwortung zu ziehen.