22 December 2025, 18:38

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Eine metallene Elektromaschine wird gegen eine Wand positioniert.

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Studie der RWTH Aachen analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Vorspann Eine Untersuchung der RWTH Aachen beleuchtet die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Elektromotoren – mit besonderem Fokus auf deren individuelle Versorgungsrisiken.

Artikeltext Europas Bestreben, den Verkehr zu elektrifizieren, steht vor einem zentralen Hindernis: der Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten. Eine aktuelle Studie zeigt die Risiken auf, die mit kritischen Materialien wie Seltenen Erden, Kupfer und Halbleitern verbunden sind. Ohne Kurskorrekturen könnte der Kontinents Wandel zur E-Mobilität ins Stocken geraten oder sich deutlich verlangsamen.

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Forschende der RWTH Aachen haben sechs Schlüsselmaterialien für elektrische Antriebe unter die Lupe genommen: Seltenerdmetalle, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleiterwerkstoffe und Isoliermaterialien. Die Ergebnisse offenbaren Europas starke Abhängigkeit von China – insbesondere bei Seltenen Erden und Halbleitern. Die Region produziert gerade einmal 10 Prozent der weltweiten Halbleiter und hinkt im internationalen Vergleich fast ein Jahrzehnt hinterher.

Gegensteuerungsmaßnahmen sind zwar eingeleitet, doch der Umbau der Lieferketten wird Zeit brauchen: Die Studie veranschlagt hierfür 10 bis 15 Jahre. Parallel arbeiten europäische Entwickler an Alternativen, etwa an der Reduzierung des Kupferbedarfs oder dem Ersatz von Seltenen Erden in E-Motoren. Norwegen und Schweden erkunden zudem heimische Vorkommen, um die Importabhängigkeit zu verringern. So birgt Norwegens Fensfeltet-Lagerstätte 9 Millionen Tonnen Seltenerdoxide, und Schwedens Kiruna-Region zeigt Potenzial. EU-weite Initiativen wie RESourceEU (geplant bis Dezember 2025) und der Critical Raw Materials Act (CRMA) zielen darauf ab, die Versorgung durch verstärkten Bergbau in Polen, Finnland, Portugal, Spanien, Rumänien und Bulgarien zu diversifizieren. Die Kupferreserven gelten zwar vorerst als ausreichend, doch die Studie betont die Notwendigkeit besserer Recyclingverfahren. Eine hochwertige Wiederverwertung des Metalls in Europa würde die langfristige Versorgungssicherheit für die E-Auto-Produktion stärken.

Die Untersuchung unterstreicht Europas Verwundbarkeit bei der Beschaffung essenzieller Rohstoffe für die E-Mobilität. Zwar werden Alternativen und lokale Projekte vorangetrieben, doch eine vollständige Unabhängigkeit von asiatischen Lieferketten bleibt noch Jahre entfernt. Der Erfolg hängt von anhaltenden Investitionen, Innovationen und politischer Unterstützung in ganz Europa ab.