16 March 2026, 18:18

Pflege zu Hause: Warum Familien in Deutschland an ihre finanziellen Grenzen stoßen

Ein Kreisdiagramm mit 'patientenorientierter Pflege' in der Mitte, unterteilt in vier farbige Abschnitte, jeder mit einer Beschreibung der Pflege, die er bietet.

Pflege zu Hause: Warum Familien in Deutschland an ihre finanziellen Grenzen stoßen

Ein neuer Bericht unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung von Familien, die in Deutschland Angehörige zu Hause pflegen. Der Bundesverband wir pflegen e.V. bezeichnet die Kostendifferenzen zwischen häuslicher und stationärer Pflege als "skandalös unausgewogen". Da der Großteil der Pflegebedürftigen auf die Unterstützung von Familienmitgliedern angewiesen ist, fordert der Verband nun die Bundesregierung zum Handeln auf.

In Deutschland werden 85,9 % der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt, wobei mehr als die Hälfte (54,5 %) ausschließlich von Angehörigen betreut wird. Zwar fördert das Sozialrecht die häusliche Pflege, doch die Familien tragen hohe Eigenkosten: Die monatlichen Ausgaben für die Pflege zu Hause liegen zwischen 340 und 7.441 Euro, im Median bei 2.085 Euro – allesamt nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt. Bei schwer Pflegebedürftigen können die Kosten sogar über 7.000 Euro pro Monat steigen.

Der finanzielle Druck steht in krassem Gegensatz zur stationären Pflege. Bis Januar 2026 zahlten Heimbewohner im Schnitt über 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche. Anders als in der häuslichen Pflege können sich diese Kosten in Pflegeheimen mit der Zeit verringern, sobald sich der Pflegebedarf stabilisiert. Vergleichbare historische Daten für frühere Jahre fehlen jedoch, was langfristige Vergleiche erschwert.

Der Verband betont, dass die Kosten der häuslichen Pflege nicht nur direkte Dienstleistungen umfassen, sondern auch die unbezahlt geleistete Arbeit der Angehörigen. Er drängt die Bundesregierung nun, diese Ungleichheiten abzubauen und die Unterstützung für pflegende Familien zu stärken.

Die Forderung nach Reformen kommt zu einer Zeit, in der Familien weiterhin hohe, unerbittliche Kosten für die Pflege zu Hause tragen. Da die meisten Pflegebedürftigen auf ihre Angehörigen angewiesen sind, warnt der Verband, dass der finanzielle Druck immer mehr Menschen in die stationäre Pflege drängen könnte. Die Regierung hat auf die Forderung nach politischen Maßnahmen zur Behebung dieser Ungerechtigkeiten bisher noch nicht reagiert.

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