10 January 2026, 16:03

Preiskampf im Supermarkt trifft Landwirte und Fleischproduzenten hart

Eine Glasvitrine in einem Fleischgeschäft, die Tabletts mit Fleisch und Preisschildern zeigt, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und der Decke des Raums oben im Bild.

Preiskampf im Supermarkt trifft Landwirte und Fleischproduzenten hart

Landwirte und Fleischproduzenten stehen unter zunehmendem finanziellen Druck, da die Preise für Milchprodukte und Schweinefleisch weiter fallen. Supermärkte haben die Preise für Butter, Hackfleisch und Wurst stark gesenkt und damit einen Preiskampf ausgelöst, der die Branche nun hart trifft. Zwei große Verarbeitungsbetriebe haben bereits Schließungen angekündigt, wodurch Hundert Arbeitnehmer ihren Job verlieren.

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Der Abschwung begann im Herbst, als die Butterpreise drastisch sanken. Eine 250-Gramm-Packung ist in vielen Geschäften mittlerweile für unter 1 Euro erhältlich. Discounter wie Aldi Süd und Norma zogen nach und senkten die Preise für Schweinefleischprodukte. Bei Aldi Süd fiel der Preis für eine 800-Gramm-Packung Schweinehack auf 3,79 Euro – eine Reduzierung um 5 Prozent. Auch Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Gyros wurden um bis zu 7 Prozent günstiger angeboten.

Bis zum 7. Januar waren die Erzeugerpreise für Schweinefleisch um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kilogramm gefallen. Der schwächelnde Markt zwingt die Verarbeiter zu radikalen Maßnahmen. Der Fleischkonzern Vion gab bekannt, sein Rinderschlachtbetrieb in Hilden am 28. Januar zu schließen – rund 160 Mitarbeiter sind betroffen. Zudem wird das gesamte Rindfleischwerk in Hilden bis spätestens 28. Februar 2026 geschlossen, begründet mit strukturellen Marktveränderungen. Gleichzeitig stellt die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG die Produktion in ihrem Werk in Britz ein, was 500 Arbeitsplätze kostet. Der Westfalen-Lippe-Landwirteverband warnt, dass der anhaltende Preisdruck die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen und kleinere Betriebe vom Markt verdrängen werde.

Die Preissenkungen im Einzelhandel haben eine Kettenreaktion ausgelöst: Betriebsstilllegungen und Entlassungen prägen nun die Fleischbranche. Da die Erzeugerpreise weiter fallen, ist in den kommenden Monaten mit weiteren Anpassungen zu rechnen. Landwirte und Verarbeiter blicken einer unsicheren Zukunft entgegen, während Wettbewerb und Kostendruck steigen.