18 February 2026, 10:13

Rechtsextreme Gruppe: Verfahren gegen vier Männer vorläufig eingestellt

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden und hält Schilder, mit einer Fahne und einem Apfel auf der Straße, und eine Frau steht rechts daneben und sieht besorgt aus.

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Rechtsextreme Gruppe: Verfahren gegen vier Männer vorläufig eingestellt

Ein deutsches Gericht hat das Verfahren gegen vier mutmaßliche Anführer der verbotenen neonazistischen Gruppe Combat 18 Deutschland vorläufig ausgesetzt. Das Landgericht Dortmund entschied, dass das Verfahren endgültig eingestellt werden könnte, wenn jeder der Angeklagten bis Mitte August 500 Euro an eine Kinderhilfsorganisation zahlt. Die Entscheidung folgt auf eine langjährige Ermittlung gegen die Gruppe, die seit ihrem offiziellen Verbot im Jahr 2020 im Fokus der Behörden stand.

Die vier Männer gehörten zu 17 mutmaßlichen Mitgliedern, die bei einer bundesweiten Razzia im April 2022 festgenommen worden waren. Die Ermittler warfen der Gruppe vor, trotz des zwei Jahre zuvor verhängten Verbots weiterhin aktiv geblieben zu sein und ihre Strukturen aufrechterhalten zu haben.

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Combat 18 Deutschland war 2020 vom Bundesinnenministerium verboten worden, da die Organisation als Gefahr für die verfassungsmäßige Ordnung eingestuft wurde – insbesondere wegen ihrer rechtsextremen Ideologie und Verbindungen zum Nationalsozialismus. Trotz des Verbots behaupteten die Staatsanwälte, die Angeklagten hätten die Gruppe mindestens bis zum Frühjahr 2022 weitergeführt.

Einer der Beschuldigten soll die Führung übernommen und mindestens 14 geheime Treffen organisiert haben. Ein weiterer steht im Verdacht, Initiationsrituale für neue Mitglieder geplant zu haben, während ein Dritter rechtsextreme Rockkonzerte koordiniert haben soll. Der vierte Angeklagte soll Merchandise-Artikel wie Tonträger und Kleidung mit Symbolen der Gruppe vertrieben haben.

Das Gericht begründete die Aussetzung des Verfahrens mit der zu erwartenden Dauer einer Hauptverhandlung sowie der Wahrscheinlichkeit, dass im Falle einer Verurteilung eher Geldstrafen als Haftstrafen verhängt würden. Erfüllen die vier Männer die Auflage und zahlen jeweils 500 Euro, wird das Verfahren ohne weitere rechtliche Konsequenzen eingestellt.

Bei der bundesweiten Razzia im April 2022 waren 17 mutmaßliche Mitglieder festgenommen worden, darunter auch die vier Männer, deren Verfahren nun vorläufig ruht. Ziel der Aktion war es, die verbliebenen Netzwerke der Gruppe zu zerschlagen und weitere extremistische Aktivitäten zu verhindern.

Die vorläufige Einstellung bedeutet, dass die Angeklagten einer Verhandlung entgehen können, sofern sie die finanzielle Auflage des Gerichts erfüllen. Bei fristgerechter Zahlung bis zum August-Termin folgt die endgültige Einstellung des Verfahrens. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, rechtsextreme Strukturen zu zerschlagen – trotz des offiziellen Verbots der Gruppe im Jahr 2020.