Rheinmetall und Lockheed Martin profitieren vom globalen Rüstungsboom
Hellmuth OrtmannRheinmetall und Lockheed Martin profitieren vom globalen Rüstungsboom
Rüstungsunternehmen verzeichnen starkes Wachstum durch steigende Militärausgaben in Europa und den USA
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall meldet rasant steigende Umsätze und einen wachsenden Auftragsbestand, angetrieben durch neue Verträge und höhere Staatshaushalte. Gleichzeitig bleibt der US-Rüstungsriese Lockheed Martin ein zentraler Akteur angesichts rekordhoher Militärinvestitionen in den USA.
Die deutschen Militärausgaben sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. 2025 erreichten sie 82 Milliarden Euro – ein Plus von 28 Prozent gegenüber 2023 und fast das Doppelte des Werts von 2015. Bis 2026 soll das Budget auf 120 Milliarden Euro steigen, was einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber 2025 entspricht. Bis 2030 sind sogar 165 Milliarden Euro geplant. Diese massive Aufstockung kommt Unternehmen wie Rheinmetall zugute, das in ganz Europa große Aufträge an Land zieht.
Seit 2023 hat Rheinmetall Verträge für seinen Schützenpanzer Lynx mit mehreren Ländern abgeschlossen. Ungarn bestellte im Juli 2023 218 Einheiten, gefolgt von Tschechien (bis zu 246) im Januar 2024, der Slowakei (223) im Juni 2024 und Rumänien (298) im Oktober 2024. Die starke Nachfrage schlägt sich in den Zahlen nieder: Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent, über die ersten neun Monate des Jahres sogar um 19 Prozent.
Auch die Profitabilität verbessert sich. Die operative Marge von Rheinmetall stieg im dritten Quartal 2025 um 0,7 Punkte auf 12,9 Prozent, während der verwässerte Gewinn pro Aktie um 42 Prozent zulegte. Analysten erwarten weitere Steigerungen – die Marge soll bis 2025 um 2,7 Punkte auf 15,5 Prozent klettern. Der Auftragsbestand wuchs im dritten Quartal 2025 um 23 Prozent, und der Umsatz soll von 2023 bis 2025 jährlich im Schnitt um 30 Prozent wachsen.
Auch die USA setzen konsequent auf militärische Aufrüstung. Die Ausgaben werden 2026 auf 999 Milliarden US-Dollar steigen, wobei Präsident Trump für 2027 eine Marke von 1,5 Billionen US-Dollar anpeilt. Diese Entwicklung festigt die Position von Lockheed Martin, während weltweit die Rüstungsbudgets weiter klettern.
Rheinmetalls finanzielle Performance und der volle Auftragsbestand unterstreichen die beschleunigte Aufrüstung in Europa. Mit Deutschland und anderen Ländern, die ihre Militärhaushalte erhöhen, scheint das Wachstum des Unternehmens gesichert. In den USA stützen die steigenden Verteidigungsausgaben zudem Konzerne wie Lockheed Martin und stärken ihre Rolle in einem rasant expandierenden Sektor.






