Rottenburgs Faschingstrick: Warum Schweineblasen für ohrenbetäubenden Lärm sorgen
Anto SchülerStinkend und laut - der seltsame Brauch mit Schweinsblasen - Rottenburgs Faschingstrick: Warum Schweineblasen für ohrenbetäubenden Lärm sorgen
Faschingsbräuche in Rottenburg: Mit Schweineblasen für ohrenbetäubenden Lärm
In Rottenburg am Neckar, Baden-Württemberg, sorgt eine laute und ungewöhnliche Tradition während der Faschingsfeiern für Aufsehen. Einheimische nutzen aufgeblasene Schweineblasen, sogenannte Saublodere, die beim Aufschlagen auf den Boden knallende Geräusche erzeugen. Diese Lärmmacher sind ein zentraler Bestandteil der Festlichkeiten, erfordern aber sorgfältige Vorbereitung und müssen häufig ausgetauscht werden.
Jedes Jahr sammeln Faschingszünfte die Blasen bei Metzgern, um daraus ihre Saublodere herzustellen. Zunächst werden die Blasen entleert, in Lake eingelegt und gründlich gereinigt. Nur makellose Exemplare kommen infrage: Sie werden mit Druckluft aufgeblasen und an einen Hagenschwanz gebunden – meist die Genitalien eines Stiers oder der Schwanz einer Kuh.
Sobald sie fertig sind, erzeugen die Blasen beim Aufprall auf den Boden einen schrillen, ohrenbetäubenden Knall. Dieser überrascht die Zuschauer und trägt zur ausgelassenen Stimmung des Faschings bei. Allerdings halten die Blasen nicht lange: Oft überstehen sie nur wenige Umzüge, bevor sie ersetzt werden müssen.
In den letzten Jahren sind einige Zünfte dazu übergegangen, stattdessen Kuhblasen zu verwenden. Diese sind größer, robuster und halten länger als Schweineblasen. Zwar gibt es keine offiziellen Aufzeichnungen, wie viele Gruppen den Wechsel vollzogen haben, doch der Trend nimmt zu. Dennoch bleibt die Schweineblase ein Symbol – sie steht in der Faschingstradition für Eitelkeit und Übermaß.
Der Umstieg auf Kuhblasen zeigt eine praktische Anpassung der Bräuche. Die Zünfte bewahren die Tradition, suchen aber gleichzeitig nach langlebigeren Alternativen. Vorerst bleibt die Saublodere ein prägendes Merkmal der Rottenburger Faschingsfeiern.






