12 March 2026, 08:09

Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke in Immobilienskandal verstrickt

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Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke in Immobilienskandal verstrickt

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt im Zuge eines anhaltenden Immobilienskandals bekannt gegeben. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen plant, gleichzeitig aber auch Einsparmaßnahmen im lokalen Nahverkehr vorantreibt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht der Vorwurf politischer Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar.

Hermes hatte 2022 die Führung der Bonner Stadtwerke übernommen und den Immobilienskandal erstmals im Dezember 2025 aufgedeckt. Er enthüllte, dass lokale Politiker versucht hätten, das Versorgungsunternehmen davon abzuhalten, das Grundstück in Hangelar zu erwerben. Eine spätere juristische Prüfung deutete an, dass das Verfahren möglicherweise "nicht frei von externen Einflüssen und Interessenkonflikten" gewesen sei.

Der Aufsichtsrat hat Hermes und dem Vorstand weiterhin sein Vertrauen ausgesprochen und betont, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Trotz dieser Rückendeckung bestätigte Hermes, bis zum Sommer 2026 zurückzutreten – eine Entscheidung, die er als unwiderruflich bezeichnete.

Das Unternehmen hat beschlossen, einen vertraulichen Bericht zu dem Vorfall an die Staatsanwaltschaft Bonn weiterzuleiten. Bisher liegen jedoch, Stand März 2026, keine Informationen über mögliche Schritte oder Ermittlungen der Behörde wegen des mutmaßlichen politischen Einflusses vor.

Mit Hermes' Rücktritt steht den Bonner Stadtwerken ein Führungswechsel in einer finanziell entscheidenden Phase bevor. Das Unternehmen muss nun sowohl seine Investitionsstrategie als auch die Folgen des Immobilienskandals bewältigen. Die Staatsanwaltschaft hat bisher keine weiteren Maßnahmen in der Sache angekündigt.

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