Satirische Bühnenparodie zerpflückt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl mit scharfem Witz
Oswin MosemannSatirische Bühnenparodie zerpflückt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl mit scharfem Witz
Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl auf die Schippe
Eine satirische Bühnenparodie hat die Oberbürgermeister-Wahl in Kempten auf humorvolle, aber treffsichere Weise aufs Korn genommen – mit Spitzen gegen die Kandidaten sowie die Unterstützung der Freien Demokratischen Partei (FDP) für die amtierende Bürgermeisterin Indra Baier-Müller. Die Aufführung persiflierte politische Ehrgeizigkeiten und lokale Persönlichkeiten, was beim Publikum mit Lachen und Applaus für die überzeichneten Darstellungen belohnt wurde.
Den Auftakt bildete ein Seitenhieb auf die FDP, die Baier-Müller in ihrem Streben nach einer dritten Amtszeit den Rücken stärkt. Statt ernsthafter Alternativen präsentierte die Show absurde Figuren: etwa den selbstverliebten Franz-Josef Natterer-Babych, der sich andauernd im Spiegel bewunderte, oder den Arzt Spitzer, der als Hausarzt auftrat, der sich weigerte, Patienten mit Durchfall in seiner Praxis zu behandeln. Das Publikum amüsierte sich köstlich, als Spitzer Witze über das Umgehen von Parkgebühren in Kempten machte und dabei unpassende schwarz-gelbe Socken zur Schau stellte – was ihm begeisterten Beifall einbrachte.
Katharina Schrader wurde als tollpatschige "Frau Holle" karikiert, die in einem chaotischen Auftritt Herzen über die Stadt verstreute. Eine weitere Figur, "DonQuiSchoche", kämpfte in der Parodie gegen den Einfluss der CSU im Wahlkampf, während Dominik Tartler als zu jung und unerfahren für das Bürgermeisteramt abgetan wurde. Auch die "Hexe Mechthilde" hatte einen Auftritt und warnte mit augenzwinkernder Ernsthaftigkeit, dass ein politisches Mandat kein Andenken sei.
Ob die vorgestellten möglichen Nachfolger – "Rechenmeister" Eigstler und "Hai" Wilhelm – tatsächlich geeignet wären, blieb in der Show offen. Ein klarer Favorit kristallisierte sich nicht heraus, und die Parodie verzichtete bewusst darauf, eine eindeutige Position zu beziehen, wer Baier-Müller ablösen könnte.
Die satirische Abrechnung mit dem Kemptener Oberbürgermeister-Wahlkampf stellte vor allem die FDP-Unterstützung für die Amtsinhaberin in den Fokus, während die Alternativen schonungslos durch den Kakao gezogen wurden. Die übertriebenen Darstellungen sorgten für Heiterkeit, doch ob die Parodie tatsächlich Einfluss auf die öffentliche Meinung nimmt, blieb unklar. Am Ende blieb die Frage der Nachfolge weiter offen – und das Publikum musste sich selbst ein Urteil bilden.






