21 February 2026, 10:14

Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau: NRW gedenkt der zehn Opfer

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem 'Solidarität und Feminismus' steht, eine Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund bei einem klaren blauen Himmel.

Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau: NRW gedenkt der zehn Opfer

Vor sechs Jahren ereignete sich in Hanau einer der schlimmsten rechtsextremen Terroranschläge Deutschlands. Am 19. Februar 2020 erschoss ein Attentäter aus rassistischen Motiven neun Menschen, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm. Ein zehntes Opfer erlag später seinen an jenem Abend erlittenen Verletzungen – zurück blieben Familien und Gemeinschaften, die bis heute trauern.

In dieser Woche gedachten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) der Opfer mit Gedenkveranstaltungen. Von Kundgebungen bis zu stillen Mahnwachen brachten die Events Menschen zusammen, um der Verstorbenen zu gedenken und Gerechtigkeit zu fordern.

Der Anschlag in Hanau richtete sich gegen Menschen mit Migrationshintergrund in zwei Shisha-Bars. Der Täter eröffnete das Feuer und tötete Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Ein zehntes Opfer, Ibrahim Akkuş, starb im Januar 2026 an den Spätfolgen seiner Verletzungen.

In NRW nahmen die Gedenkfeiern unterschiedliche Formen an. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen organisierten Kundgebung. Angehörige der Opfer sprachen emotional und forderten Konsequenzen. Unterdessen veranstaltete das Integrationsbüro Bochums im Nachtviertel Bermudadreieck eine Mahnwache – ein kontrastreicher Moment zwischen Feierkultur und Tragödie.

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Köln verzeichnete eine der größten Teilnahmen: Fast 1000 Menschen schlossen sich einem Gedenkmarsch an – doppelt so viele wie erwartet. Auch andere Städte gedachten der Opfer: In Essen gab es eine öffentliche Lesung, Düsseldorf zeigte eine Ausstellung mit begleitenden Diskussionen. In den kommenden Tagen sind weitere Veranstaltungen in Münster, Dortmund und darüber hinaus geplant.

Der Anschlag von Hanau bleibt einer der dunkelsten Momente rechtsextremer Gewalt in Deutschland. Sechs Jahre danach ehren Gedenkfeiern das Andenken der zehn Opfer und stehen ihren Familien zur Seite. Im ganzen Land halten Städte ihre Erinnerung durch öffentliche Versammlungen und Forderungen nach Veränderung wach.