Solingen fordert faire Rettungsdienst-Finanzierung und warnt vor Qualitätsverlust
Hellmuth OrtmannSolingen fordert faire Rettungsdienst-Finanzierung und warnt vor Qualitätsverlust
Die Stadt Solingen hat sich zu wachsenden Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und Qualitätsstandards im Rettungsdienst geäußert. Sie betont, dass die aktuellen Standards den gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungsplänen für Nordrhein-Westfalen entsprechen, die in Abstimmung mit den Krankenkassen und der regionalen Aufsicht entwickelt wurden.
Solingen begrüßt die von der Bundesregierung geplanten Reformen im Notfallversorgungssystem. Gleichzeitig besteht die Stadt darauf, dass künftig alle Rettungsdienste eine vollständige Kostenerstattung erhalten müssen. Die aktuelle Finanzierungsstruktur entspreche nicht mehr den Anforderungen der modernen Notfallversorgung, bei der Behandlungen zunehmend vor Ort und nicht im Krankenhaus erfolgen, so die Argumentation.
Lokale Behörden weisen Vorwürfe zurück, wonach die Kommunen durch den Ausbau der Dienstleistungen für steigende Kosten verantwortlich seien. Zudem warnen sie davor, die anstehende Phase der Qualitätssicherung als reines Sparprogramm zu betrachten. Stattdessen plädiert Solingen für eine gemeinsame Analyse mit allen Beteiligten.
Für das Jahr 2026 wurde eine vorübergehende Vereinbarung zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den gesetzlichen Krankenkassen getroffen. Doch handelt es sich dabei lediglich um eine kurzfristige Lösung. Langfristig strebt die Stadt ein faires Gleichgewicht zwischen Verantwortung, Qualitätsstandards und Finanzierung an.
Oberstes Ziel Solingens bleibt es, den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu einer schnellen, zuverlässigen und hochwertigen Notfallversorgung zu sichern. Die Stadt macht deutlich, dass die Finanzierungsdebatte nicht auf dem Rücken der Kommunen ausgetragen werden dürfe. Zudem wird klargestellt, dass nicht jeder Rettungseinsatz zu einem Krankenhaustransport führe – einige Einsätze würden als „Fehlalarme“ eingestuft.
