04 March 2026, 14:37

Solingens Inklusionsbewegung bekommt neue Führung und fordert konkrete Taten

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Solidarität und Feminismus" steht, eine Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Solingens Inklusionsbewegung bekommt neue Führung und fordert konkrete Taten

Solingens Vorstoß für mehr Inklusion erhält neue Führung und frische Forderungen nach Taten

Am vergangenen Wochenende brachte die Jahresversammlung von SelbstAktiv engagierte Aktivist:innen, Politiker:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft zusammen, um über bestehende Lücken in der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen zu diskutieren. Die Veranstaltung stand zudem im Zeichen wichtiger Wahlen – Dorothee Daun blieb an der Spitze zweier zentraler lokaler Organisationen.

Daun wurde als Vorsitzende von Autismus Rhein-Wupper sowie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Solingen wiedergewählt. Die ehemalige Stadträtin mit über 30 Jahren Erfahrung setzt sich heute vor allem für soziale Teilhabe und gleiche Rechte auf regionaler Ebene ein. In ihrer Rede kritisierte sie anhaltende systemische Probleme, darunter die chronische Unterfinanzierung im Bildungsbereich und unklare Zuständigkeitsverteilungen zwischen kommunalen, regionalen und Landesbehörden.

Yesim Özem, Betriebsratsmitglied in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und SPD-Vertreterin im Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Solingen, forderte sichtbarere Inklusionsbemühungen. Als konkrete Maßnahme schlug sie einen inklusiven Karneval vor, um Barrierefreiheit fest im kulturellen Leben der Stadt zu verankern. An ihrer Seite betonte Oliver Backhaus – Medienwirtschaftler und seit 1985 Rollstuhlfahrer – die Notwendigkeit, dass die Arbeitsgruppe die Interessen von direkt Betroffenen stärker vertritt. Zudem sprach er sich gegen mögliche Kürzungen bei Leistungen für Menschen mit Behinderungen aus.

Gastredner Josef Neumann bilanzierte die Fortschritte der Inklusion in Nordrhein-Westfalen und verwies dabei auf die Kampagne der Lebenshilfe NRW gegen die geplanten Kürzungen bei Integrationshelfer:innen. Die zentrale Botschaft des Wochenendes war deutlich: Inklusion in Solingen muss aktiv von Politik und Gesellschaft vorangetrieben werden – und darf nicht in bürokratischen Prozessen stecken bleiben. Özem und Backhaus wurden zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, um Daun in ihrer Führungsrolle zu unterstützen.

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Obwohl auf Bundesebene seit dem Inklusionsschub 2016 – mit mehr Fördergeldern und gesetzlichen Vorgaben für Bildung und Arbeitsmarkt – Fortschritte zu verzeichnen sind, bleibt die Entwicklung in Solingen ungleichmäßig. Schulen leiden weiterhin unter Ressourcenmangel, und aktuelle Studien zu politischen oder gesellschaftlichen Veränderungen in der Stadt fehlen.

Die Veranstaltung endete mit erneuten Appellen an konkrete Maßnahmen – von politischen Reformen bis zu Bürgerinitiativen. Daun, Özem und Backhaus werden nun die Federführung übernehmen, um Finanzierungslücken zu schließen, Barrierefreiheit zu verbessern und Inklusion fest auf die politische und kulturelle Agenda Solingens zu setzen. Zu ihren nächsten Schritten gehören Lobbyarbeit für stabile Mittel sowie die Mobilisierung einer breiteren öffentlichen Beteiligung.