17 March 2026, 00:37

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umnutzung seiner Immobilien bis 2035

Eine evangelische Kirche in Bacoor City, Cavite, mit einem Schild, einem Metallzaun, einer Wand, Bäumen, Fahrzeugen, Gebäuden, Polen und einem bewölkten Himmel.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umnutzung seiner Immobilien bis 2035

Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche hat angesichts wachsender finanzieller Belastungen vorläufige Pläne für seine Immobilien vorgestellt. Da mit einem Rückgang der Mitgliederzahlen und der Finanzmittel bis Mitte der 2030er-Jahre um die Hälfte zu rechnen ist, muss der Kirchenkreis seine Liegenschaftsstrategie grundlegend überarbeiten. Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe schlägt vor, Kirchen und Gemeindezentren in drei klare Kategorien einzuteilen: langfristige Beibehaltung, weitere Prüfung oder Umnutzung für nicht-kirchliche Zwecke.

Die Vorschläge der Arbeitsgruppe sehen sieben Standorte vor, die über das Jahr 2035 hinaus langfristig erhalten bleiben sollen. Dazu gehören die Ohligser Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Gräfrather Evangelische Kirche sowie drei Gemeindezentren: Höhscheid, Wittenbergstraße und Schützenstraße/Ritterstraße. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte dem Team für die Vorarbeit.

Fünf Immobilien werden jedoch bis 2035 nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt. Betroffen sind die Evangelische Kirche Merscheid (mit ihrem Gemeindezentrum), die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg (mit ihrem Gemeindehaus), das Gemeindezentrum Zwinglistraße sowie die Lutherkirche (mit ihrem Gemeindehaus). Für diese Gebäude sind alternative Nutzungen vorgesehen, wobei die Pläne keine konkreten neuen Aufgaben benennen, aber finanzielle Zwänge als Hauptgrund anführen.

Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge eingehend prüfen. Endgültige Entscheidungen müssen bis Ende 2027 getroffen werden. Zudem strebt der Kirchenkreis bis 2035 klimaneutrale Betriebsabläufe an, was neben der Umstrukturierung kostspielige Sanierungen erfordert.

Fünf weitere Standorte bleiben vorerst unter Beobachtung: die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg, das Pfarrhaus Corinthstraße und die Stadtkirche Mitte. Ihre Zukunft hängt von weiteren Bewertungen und den verfügbaren Ressourcen ab.

Die Strategie des Kirchenkreises spiegelt den deutlichen Rückgang der Finanzmittel und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Gebäudemanagements wider. Bis 2035 wird nur ein Bruchteil der aktuellen Immobilien in kirchlicher Hand bleiben, während andere neue Funktionen übernehmen könnten. Die anstehende Synode und die Frist bis 2027 werden entscheiden, wie sich diese Veränderungen konkret gestalten.

AKTUALISIERUNG

Öffentliche Veranstaltung präsentiert Pläne zur Umstrukturierung des Kirchenbezirks

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat eine öffentliche Informationsveranstaltung zu seinen Plänen für die Umstrukturierung seiner Immobilien abgehalten.

  • Die Veranstaltung fand am 11. Februar 2026 statt, was dem Veröffentlichungstag des Artikels entspricht.
  • Etwa 350 Teilnehmer kamen, um die vorläufigen Vorschläge für die Kategorisierung der Standorte und klimaneutrale Betriebe zu besichtigen.