Stadtwerke Münster verklagen Verursacher der PFAS-Verseuchung und sichern Trinkwasser mit neuer Filteranlage
Hellmuth OrtmannStadtwerke Münster verklagen Verursacher der PFAS-Verseuchung und sichern Trinkwasser mit neuer Filteranlage
Die Stadtwerke Münster gehen rechtlich gegen die illegale Entsorgung von PFAS-haltigem Löschschaum vor. Zwei Männer erhielten bereits Bewährungsstrafen wegen ihrer Beteiligung an dem Fall. Unterdessen ist eine neue Filteranlage im Wasserwerk Darderhöfe nun voll funktionsfähig, um schädliche Chemikalien aus dem Trinkwasser zu entfernen.
Im Januar 2023 nahm das Unternehmen acht neue Aktivkohlefilter im Wasserwerk Darderhöfe in Betrieb. Diese Filter können bis zu 640 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereiten und entfernen dabei PFAS, Eisen und Mangan. Das System stellt sicher, dass die strengeren Trinkwasserverordnungen eingehalten werden und der PFAS-Gehalt unter sieben Nanogramm pro Liter bleibt.
Die Anlage reinigt täglich etwa 11.000 Kubikmeter Wasser und versorgt damit 65.000 Menschen in Münster und Meerbusch-Osterath. Die Filteranlage kostete 1,4 Millionen Euro im Bau, die jährlichen Wartungskosten belaufen sich auf 200.000 Euro.
Die Stadtwerke planen, in der ersten Jahreshälfte Klage einzureichen, um Schadensersatz für die durch die illegale Entsorgung verursachten Schäden zu erstreiten. Bei Erfolg könnte das Unternehmen die Trinkwasserpreise für die Kunden senken.
Zwei Männer, die mit der illegalen Entsorgung in Verbindung stehen, wurden zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und erhielten ein Berufsverbot.
Die neue Filteranlage läuft seit dem 26. Januar 2023 und garantiert den Anwohnern sicheres Trinkwasser. Der anstehende Prozess könnte zu finanzieller Entlastung für die Kunden führen, falls die Stadtwerke Münster Schadensersatz erstritten. Bisher sind die acht Aktivkohlefilter die einzige bestätigte Aufrüstung der Wasserfiltration in Münster.






