04 May 2026, 06:11

Strabag wächst stark – doch Österreichs Infrastruktur droht zu verfallen

Ausführlicher Konstruktionsplan einer Brücke mit beschrifteten Komponenten wie Trägern und Seilen, begleitet von erklärendem Text.

Strabag wächst stark – doch Österreichs Infrastruktur droht zu verfallen

Österreich plant bis 2025 Investitionen in Höhe von fast 10 Milliarden Euro in die Bundesinfrastruktur. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Baukonzern Strabag ein starkes finanzielles Wachstum im ersten Halbjahr verzeichnet. Gleichzeitig warnen Unternehmensführer vor den hohen Kosten, die durch vernachlässigte Instandhaltung in zentralen Verkehrsnetzen entstehen.

Strabag, das größte Bauunternehmen Deutschlands, verzeichnete im frühen Jahr 2025 einen Umsatzanstieg von sieben Prozent. Der Nettogewinn stieg auf 94,9 Millionen Euro – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch deutlicher legte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu: Es kletterte um 58 Prozent auf 129,4 Millionen Euro.

Der Auftragsbestand des Konzerns wuchs um 13 Prozent und erreichte bis Ende Juni 28,4 Milliarden Euro. Dieses Wachstum ist Teil einer langfristigen Strategie, dem sogenannten „Tausendfüßer-Prinzip“, das die Aktivitäten regional streut, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern. Strabag ist derzeit in Österreich mit einem Marktanteil von fünf Prozent führend und hält in Deutschland zwei Prozent.

Ein aktuelles Projekt umfasste die Verschiebung von 40.000 Tonnen der A45-Talbrücke in Rinsdorf um 20 Meter. Der gesamte 485,5 Meter lange Abschnitt – inklusive Pfeiler und Fundamente – blieb während der Aktion intakt. CEO Stefan Kratochwill betonte, dass gut gewartete Infrastruktur für moderne Volkswirtschaften unverzichtbar sei und nannte sie das „Lebenselixier“ der Entwicklung. Gleichzeitig warnte er, dass aufgeschobene Reparaturen später zu deutlich höheren Kosten führen würden.

Neben dem Baugeschäft investiert Strabag jährlich über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Österreichs geplante Infrastrukturausgaben in Höhe von 9,9 Milliarden Euro – etwa zwei Prozent des BIP – passen dabei zur Unternehmensstrategie, die auf langfristige Stabilität und Innovation setzt.

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Die finanziellen Ergebnisse von Strabag unterstreichen die starke Position des Konzerns im europäischen Bausektor. Die Warnungen vor vernachlässigter Infrastruktur fallen in eine Phase, in der Österreich eine große Investitionsoffensive vorbereitet. Mit einem wachsenden Auftragsbuch und kontinuierlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung bleibt das Unternehmen ein zentraler Akteur bei der Gestaltung der Verkehrsnetze in der Region.

Quelle