Streit um Schienenausbau: Mönchengladbachs Bahnprojekte spalten Region und Nachbarland
Anto SchülerStreit um Schienenausbau: Mönchengladbachs Bahnprojekte spalten Region und Nachbarland
Die Pläne zur Wiederbelebung der historischen Eisenbahnstrecke "Eiserner Rhein" haben einen schweren Rückschlag erlitten, nachdem die Niederlande die Trassenführung durch den Nationalpark De Meinweg abgelehnt haben. Unterdessen treiben deutsche Behörden separate Schienenausbauprojekte in der Region voran – was auf starken Widerstand der Anwohner stößt.
Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei geplante Streckenabschnitte: Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck. Beide Vorhaben stoßen auf den Widerstand von Aktivisten, die eine Zunahme des Zugverkehrs fürchten.
Am 26. Juli 2024 erklärte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) die Strecken Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck zu Prioritätsprojekten im Rahmen des Schienenausbaus. Allerdings tauchen beide Routen nicht im Bundesverkehrswegeplan 2030 auf. Stattdessen sind sie lediglich im weniger verbindlichen Zielnetz 2032/2040 enthalten – ihre Umsetzung hängt damit von Absprachen mit den Niederlanden ab.
Der lokale Widerstand hat sich verschärft, seit die Bezirksregierung Köln Einsprüche der Stadt Wegberg und betroffener Anwohner zurückgewiesen hat. Diese Entscheidung ebnete den Weg für Güterzüge, die künftig den Industriepark Javelin in Elmpt bedienen sollen. Als Reaktion darauf hat sich die Bürgerinitiative "Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert erhalten" in einem Schreiben an DB-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Volker Wissing gewandt. Darin hinterfragen sie, wie der milliardenschwere Infrastrukturfond Deutschlands eingesetzt werden soll.
Die Initiative wehrt sich gegen Pläne, die täglich über 70 zusätzliche Personenzüge sowie weiteren Güterverkehr bringen könnten. Im Fokus ihrer Kritik stehen Lärmbelastung, Umweltverschmutzung und die Auswirkungen auf den Alltag in der Region. Trotz der Proteste drängt die Bundesregierung auf eine Umsetzung – die Zukunft des Schienennetzes in der Region bleibt damit ungewiss.
Die niederländische Ablehnung der "Eiserner Rhein"-Route lässt die Strecke Mönchengladbach–Wegberg–Roermond in der Schwebe. Ohne Zustimmung der Niederlande ist ihre Aufnahme in künftige Verkehrsplanungen fraglich. Während lokale Gruppen weiterhin gegen den Ausbau kämpfen, halten die Behörden an ihrem eigenen Zeitplan fest.






