31 December 2025, 18:20

Strompreise sinken 2026 – doch danach drohen wieder deutliche Steigerungen

Eine Windmühle, mehrere Gebäude, Bäume, Metallstangen und ein Zaun in einer ländlichen Umgebung.

Strompreise sinken 2026 – doch danach drohen wieder deutliche Steigerungen

Energiepreise in Deutschland sollen 2026 vorübergehend sinken

Laut Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender von E.ON, steht Deutschland 2026 eine vorübergehende Entlastung bei den Strompreisen bevor. Haushalte können in diesem Jahr mit niedrigeren Strom- und Gasrechnungen rechnen, doch danach dürften die Preise voraussichtlich wieder steigen. Hintergrund sind Veränderungen bei den Netzentgelten, Investitionen in erneuerbare Energien und die Marktentwicklung.

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Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt im Rhein-Ruhr-Gebiet könnte sich die Stromrechnung 2026 im Vergleich zu 2025 um etwa 150 Euro verringern. Bei den Gaskosten könnte die Ersparnis sogar rund 200 Euro betragen. Birnbaum führt diese Entlastung auf gesunkene Großhandelspreise und eine vorübergehende Senkung der Netzentgelte zurück.

Ab 2027 jedoch wird mit einem jährlichen Anstieg der Strompreise um 5 bis 10 Prozent gerechnet. Verantwortlich dafür sind höhere Netzentgelte, die CO₂-Bepreisung sowie die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Gaspreise könnten sich dagegen stabilisieren oder sogar leicht sinken, da das globale Angebot an Flüssigerdgas (LNG) zunimmt. Langfristig könnten die Gaskosten nevertheless steigen, weil immer weniger Verbraucher die Netzentgelte tragen. Birnbaum fordert zudem ein Ende der staatlichen Förderung für Solaranlagen. Seiner Meinung nach benötigen Photovoltaik-Anlagen auf Dächern keine öffentlichen Zuschüsse mehr, um wettbewerbsfähig zu sein.

Kritisch äußert sich der E.ON-Chef auch zur ungleichen Verteilung der Vorteile der Energiewende. Während Mieter die vollen Kosten für den Netzausbau tragen müssten, profitierten vor allem Eigentümer und Investoren von den Erträgen. Birnbaum warnt, dass die Energiewende sonst zu einer sozialen Spaltung führen könnte. Mieter hätten kaum etwas vom Solarboom, müssten aber trotzdem steigende Netzentgelte zahlen. Diese Schieflage könnte sich verschärfen, je weiter Deutschland seine Pläne für erneuerbare Energien vorantreibt.

Die vorübergehende Senkung der Strompreise 2026 bringt Haushalten kurzfristige Entlastung. Danach werden steigende Stromkosten und schwankende Gaspreise die anhaltende Transformation des Energiesystems widerspiegeln. Die Debatte über Subventionen und Gerechtigkeit bei der Energiewende wird voraussichtlich weitergehen – solange Kosten und Nutzen ungleich verteilt bleiben.