Tarifstreit im NRW-Nahverkehr: ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach gescheiterter Verhandlungsrunde
Anto SchülerTarifstreit im NRW-Nahverkehr: ver.di droht mit Arbeitskämpfen nach gescheiterter Verhandlungsrunde
Die erste Verhandlungsrunde über die Löhne der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar 2026 ohne Fortschritte. Die Arbeitgeber legten kein formelles Angebot vor, sodass die zentralen Forderungen der Gewerkschaft ver.di unbeantwortet blieben. Die Gewerkschaft warnt nun, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen drohen, sollten die Gespräche erneut ins Stocken geraten.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen in NRW standen die Reduzierung der nicht mehr tragbaren Arbeitsbelastung sowie die Bewältigung des seit Langem bestehenden Personalmangels. Ver.di fordert eine verkürzte Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie einen 40-prozentigen Zuschlag für Sonntagsarbeit. Zudem verlangen die Beschäftigten acht bezahlte Tage für gewerkschaftliche Aktivitäten und eine bessere Absicherung für kurzfristig und in Minijobs Beschäftigte.
In der Auftaktrunde unterbreiteten die Arbeitgeber keinen konkreten Vorschlag. Stattdessen kündigten sie an, in der nächsten Verhandlungsrunde Gegenforderungen vorzulegen. Ver.di-Verhandlungsführer Heinz Rech betonte, dass die finanziellen Belastungen der Verkehrsunternehmen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen dürften.
Die Gewerkschaft hat inzwischen angekündigt, die Belegschaft über mögliche nächste Schritte zu informieren. Da keine Einigung in Sicht ist, bleiben Streiks eine Option, falls die Gespräche nicht vorankommen.
Die aktuelle Tarifrunde folgt auf Monate der ungelösten Spannungen – seit November 2025 haben sich weder die Arbeitsbelastung noch der Personalmangel verbessert. Nun müssen die Arbeitgeber auf die Forderungen von ver.di reagieren, bevor das nächste Treffen stattfindet. Ohne Fortschritte könnten die Behinderungen im NRW-Nahverkehr weiter eskalieren.






