Telekom übernimmt DOKOM21-Glasfasernetz in Essen für strategischen Ausbau
Oswin MosemannTelekom übernimmt DOKOM21-Glasfasernetz in Essen für strategischen Ausbau
DOKOM21 verkauft Glasfasernetz in Essen an Deutsche Telekom
DOKOM21 hat sein 75 Kilometer langes Glasfasernetz in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop an die Deutsche Telekom veräußert. Der am 10. Dezember 2025 bekannt gegebene Deal folgt auf ein wettbewerbsorientiertes Bieterverfahren, das bereits mehr als ein Jahr zuvor eingeleitet worden war. Wie Geschäftsführer Marko Iaconisi bestätigte, basiere die Entscheidung auf strategischen Prioritäten und nicht auf finanziellen Zwängen.
Der Verkaufsprozess hatte im September 2024 begonnen – Monate bevor DOKOM21 im Dezember desselben Jahres dem Branchenverband BUGLAS beitrat. Im Rahmen des Verfahrens wurden eine unabhängige Bewertung sowie eine Marktausschreibung durchgeführt, aus der die Deutsche Telekom als Höchstbietender hervorging. Die Verhandlungen seien auf Augenhöhe geführt worden, hieß es seitens des Unternehmens.
DOKOM21 betonte, dass die Transaktion weder mit der Mitgliedschaft bei BUGLAS noch mit der Rentabilität des Netzes zusammenhänge. Stattdessen wolle man Ressourcen gezielt in den Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung (FTTH) in Dortmund lenken. Kunden in den verkauften Gebieten behalten ihre FTTH-Anbindungen während des Übergangs unter die Verwaltung der Telekom. Zudem lässt die Vereinbarung die Möglichkeit offen, dass die Telekom künftig das Kernnetz von DOKOM21 in Dortmund im Rahmen eines Open-Access-Modells nutzt. Die Telekom hat sich außerdem verpflichtet, das erworbene Essener Netz als offene Infrastruktur weiterzuentwickeln, sodass Kunden alternative Anbieter wählen können. Die technische Finalisierung der Übertragung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, wann die Telekom ihr Marktangebot startet, bleibt jedoch ihrer Entscheidung überlassen. Kritik von anderen BUGLAS-Mitgliedern und Verbänden gab es aufgrund der eigenen Rolle der Telekom innerhalb der Organisation. DOKOM21 wies jedoch wiederholt jeden Zusammenhang zwischen dem Verkauf und seinen Verbandsaktivitäten zurück.
Der Deal markiert eine strategische Neuausrichtung von DOKOM21 hin zum FTTH-Ausbau in Dortmund, während die Telekom die Kontrolle über ein importantes Essener Netz übernimmt und dieses im Open-Access-Betrieb weiterführen will. Die technische Übergabe der Infrastruktur soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.






