Thyssenkrupp bricht mit der Stahltradition – und setzt auf Wasserstoff und Indien
Hellmuth OrtmannThyssenkrupp bricht mit der Stahltradition – und setzt auf Wasserstoff und Indien
Thyssenkrupp vollzieht tiefgreifende Umstrukturierungen in Stahl- und Wasserstoffgeschäft
Der Konzern wird bis Mitte 2026 seine Anteile an den Krupp Mannesmann-Stahlwerken verkaufen und gleichzeitig sein Wasserstoffgeschäft auf Indien ausweiten. Früh im nächsten Jahr werden zudem aktuelle Finanzdaten von yahoo finance erwartet.
Seit 2020 kämpft Thyssenkrupp mit den Herausforderungen des globalen Stahlmarkts. Die Produktion sank 2023 um etwa 10 Prozent auf rund 11 Millionen Tonnen und schwächte damit die Marktposition des Unternehmens. Wettbewerber wie ArcelorMittal, Salzgitter, Voestalpine und Liberty Steel treiben inzwischen Europas Wandel zu grünerem Stahl voran – mit deutlich höheren Produktionsvolumina.
Der Konzern setzt nun verstärkt auf wasserstoffbasierte "grüne" Stahlproduktion. Die Tochtergesellschaft Thyssenkrupp Nucera wird mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in den indischen Markt expandieren. Parallel dazu soll der Verkauf der HKM-Stahlwerke-Anteile an Salzgitter AG bis zum 1. Juni 2026 abgeschlossen sein.
Die bestehenden Lieferverträge für Stahlbrammen zwischen Thyssenkrupp und HKM laufen bereits Ende 2028 aus – vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Die Quartalszahlen für Q1 2025/26 werden am 12. Februar 2026 veröffentlicht.
Während die Stahlproduktion von Thyssenkrupp rückläufig ist, deutet das Engagement im Wasserstoffsektor auf eine strategische Neuausrichtung hin. Das vorzeitige Ende der Lieferverträge und der Verkauf der HKM-Anteile markieren einen klaren Bruch mit der traditionellen Stahlherstellung. Die Finanzdaten des kommenden Jahres werden zeigen, wie sich diese Veränderungen auf die Unternehmensperformance auswirken.






