Tönnies schützt Landwirte mit neuem Versicherungskonzept vor Seuchenrisiken
Klothilde BergerTönnies schützt Landwirte mit neuem Versicherungskonzept vor Seuchenrisiken
Der Fleischproduzent Tönnies hat ein neues Versicherungskonzept eingeführt, um Landwirte vor finanziellen Verlusten durch Tierseuchenausbrüche abzusichern. Das Programm mit dem Namen 'Haftungsschutzschild' tritt sofort für alle Lieferanten in Kraft, die Nutztiere an die Schlachthöfe des Unternehmens liefern.
Die Versicherungslösung wurde gemeinsam mit einem Versicherungsmakler und dem Westfalen-Lippe Landwirtschaftsverband (WLV) entwickelt. Sie greift ein, wenn herkömmliche Betriebsversicherungen die Schäden nicht abdecken – insbesondere bei Fällen wie der Afrikanischen Schweinepest, einer hochansteckenden und meist tödlich verlaufenden Krankheit, die die sofortige Keulung befallener Bestände erfordert.
Tönnies, Deutschlands größter Schweineschlachthofbetreiber, verarbeitete 2024 insgesamt 13,2 Millionen Schweine und 400.000 Rinder. Das Unternehmen betreibt acht Schlachthöfe und arbeitet bundesweit mit über 10.000 Lieferanten zusammen. Im vergangenen Jahr musste Tönnies nach dem Nachweis infizierter Tiere in einer Anlage in Mecklenburg-Vorpommern 1.000 Tonnen Fleisch vernichten.
Aktuell übernimmt Tönnies die Versicherungskosten, plant jedoch, diese später an die Lieferanten weiterzugeben. Schätzungen zufolge werden Landwirte künftig einen niedrigen zweistelligen Cent-Betrag pro Tier zahlen. Unterdessen hat die Afrikanische Schweinepest in Nordrhein-Westfalen bereits über 300 Wildschweine getötet – alle Fälle beschränken sich auf die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein.
Die neue Versicherung bietet Landwirten sofortigen finanziellen Schutz vor seuchenbedingten Verlusten. Langfristig wird Tönnies die Kosten auf die Lieferanten umlegen, wobei die Gebühr pro Tier voraussichtlich moderat bleiben soll. Der Schritt folgt auf jüngste Seuchenausbrüche, die die Fleischproduktion beeinträchtigt und großflächige Keulungen erzwungen haben.






