TPG übernimmt Pharmagroßhändler AEP – Digitalisierung soll Branche revolutionieren
Hellmuth OrtmannTPG übernimmt Pharmagroßhändler AEP – Digitalisierung soll Branche revolutionieren
Die Platform Group (TPG) übernimmt AEP, einen wichtigen Akteur im deutschen Pharmagroßhandel. Der Deal markiert einen entscheidenden Schritt in der Branchenwende hin zu digitalen Lösungen. Die österreichische Post, bisherige Eigentümerin, verkaufte AEP im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung, die ihren Fokus auf Logistik in Südosteuropa stärken soll.
AEP galt lange als schlanke, agile Konkurrenz in einem Markt, der von vier großen Playern dominiert wird. Mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro ist das Unternehmen in etwa so groß wie TPG selbst. Zudem spielte AEP eine zentrale Rolle im sogenannten "Barzahlungsrabatt-Streit", der im Februar 2024 zu einem richtungsweisenden Urteil des Bundesgerichtshofs führte. Die Entscheidung zwang zu flächendeckenden Vertragsneuverhandlungen und belastete die ohnehin schmalen Margen der Apotheken zusätzlich.
Mit der Übernahme will TPG den traditionellen Großhandel mit moderner Digitaltechnik verknüpfen. Der Kaufpreis wurde zwar nicht bekannt gegeben, soll sich aber im hohen zweistelligen Millionenbereich bewegen. Dominik Benner, Vorstandsvorsitzender von TPG, hat das Unternehmen durch 38 Übernahmen ausgebaut – aus einem Familien-Schuhhandel entstand so eine digitale E-Commerce-Plattform, die heute in 28 Branchen aktiv ist. Nun will er die Branchenriesen mit einer radikalen Digitalisierungsoffensive herausfordern. Die Strategie zielt darauf ab, durch technologisch getriebene Integration Skaleneffekte zu heben und TPG gegen milliardenschwere Konkurrenten zu positionieren.
Der Deal könnte die Arzneimitteldistribution in Deutschland an einem Wendepunkt sehen. TPGs Plan, AEPs Großhandelsgeschäft mit digitalen Innovationen zu verschmelzen, könnte die Art und Weise verändern, wie Medikamente in Apotheken gelangen. Gleichzeitig ermöglicht der Rückzug der österreichischen Post aus dem Sektor eine Konzentration auf den Ausbau ihres Kerngeschäfts im Logistikbereich.






