US-Konzern Worthington Steel übernimmt traditionsreichen Stahlhändler Klöckner & Co
Anto SchülerUS-Konzern Worthington Steel übernimmt traditionsreichen Stahlhändler Klöckner & Co
Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co steht vor einer Übernahme durch den US-Konzern Worthington Steel. Der in Ohio ansässige Metallverarbeiter gab die Übernahme bekannt, die voraussichtlich im späten Jahr 2026 abgeschlossen wird. Trotz jüngster finanzieller Schwierigkeiten wird das Unternehmen unter seiner aktuellen Führung weiterhin eigenständig operieren.
Klöckner & Co hat in den vergangenen Jahren mit rückläufigen Geschäften zu kämpfen gehabt. Der Umsatz sank 2025 auf 6,4 Milliarden Euro – ein Rückgang um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 53 Millionen Euro, was den dritten Verlust in Folge markiert. Allerdings stieg der operative Gewinn um 25 Prozent, was auf eine Neuausrichtung hin zu höhermargiger Metallverarbeitung statt des traditionellen Stahlhandels zurückzuführen ist.
Die Marktposition des Unternehmens in Europa hat sich im Vergleich zu Mitbewerbern verschlechtert. Zwischen 2021 und 2025 sank sein Marktanteil von etwa 2,5 auf 1,8 Prozent. Konkurrenten wie Thyssenkrupp und Salzgitter passten sich besser an die Branchenveränderungen an: Thyssenkrupp strukturierte seine Stahlsparte um, während Salzgitter in nachhaltige Produktion investierte. Klöckner & Co setzte stattdessen auf digitale Plattformen wie Klöckner.i, um den Handel effizienter zu gestalten.
Unter der neuen Eigentümerschaft bleibt Klöckner & Co eine eigenständige Tochtergesellschaft mit der bestehenden Führung. Dennoch laufen bereits Umstrukturierungsmaßnahmen: Die Becker Group, eine wichtige Tochter, soll verkauft werden, wodurch die Belegschaft in Deutschland voraussichtlich um etwa die Hälfte schrumpft. Aktuell beschäftigt Klöckner & Co weltweit rund 6.500 Mitarbeiter.
Die Übernahme durch Worthington Steel soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 finalisiert werden. Klöckner & Co bleibt zwar selbstständig, wird aber seine strategische Ausrichtung auf Metallverarbeitung und digitalen Handel weiterverfolgen. Der Verkauf der Becker Group und die Personalanpassungen deuten auf weitere Veränderungen für den traditionsreichen Stahlhändler hin.






