VHS Lünen warnt vor Kollaps der Integrationskurse durch Finanzierungslücken
Anto SchülerVHS Lünen warnt vor Kollaps der Integrationskurse durch Finanzierungslücken
Das Volkshochschul-Zentrum Lünen (VHS) fordert die Bundesregierung auf, eine stabile Finanzierung für Integrationskurse langfristig zu sichern. Steigende Kosten und bürokratische Hürden belasten das Programm, das allein 2024 in fünf Kursen 105 Teilnehmende unterstützt hat. Ohne verlässliche Förderung warnt die Einrichtung vor wachsender finanzieller Belastung und betrieblichen Risiken.
In Nordrhein-Westfalen ist die Nachfrage nach Integrationskursen stark gestiegen. Die Teilnehmerzahl kletterte von etwa 45.000 im Jahr 2021 auf über 70.000 im Jahr 2023 – angetrieben durch erhöhte Zuwanderung. Bis 2025 pendelte sie sich bei rund 65.000 ein.
Die VHS Lünen steht nun vor wachsenden finanziellen Herausforderungen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) plant, Erstattungen zu verzögern, sodass die Volkshochschule vorerst nicht gedeckte Raum- und Verwaltungskosten tragen muss. Strengere formale Vorgaben schaffen zudem Unsicherheit für das Lehrpersonal, während der Wegfall von Wiederholungsstunden die Situation zusätzlich verschärft.
Kommunale Spitzenverbände unterstützen den Landesverband in seinem Vorstoß für eine langfristige Reform der Finanzierung. Der Appell erfolgt kurz vor der größten Integrationsfachtagung Nordrhein-Westfalens, die am 18. und 19. November in Köln stattfindet. Björn Falke, Leiter der VHS Lünen, betont, dass diese Kurse für eine gelingende Integration in der Region unverzichtbar seien.
Neben Sprachkursen bietet die Einrichtung Beratung zur Anerkennung von Qualifikationen und zu Weiterbildungsmöglichkeiten an. Diese Angebote helfen den Teilnehmenden, berufliche Wege zu finden und sich im lokalen Umfeld einzuleben.
Der Aufruf unterstreicht die Dringlichkeit planbarer Bundesförderung, um Integrationsprogramme aufrechtzuerhalten. Ohne Änderungen drohen der VHS Lünen und ähnlichen Einrichtungen größere Haushaltslücken und Einschränkungen im Angebot. Die anstehende Landestagung wird voraussichtlich weitere Debatten über nachhaltige Finanzierungslösungen mit sich bringen.






