Vion verlässt den deutschen Rindfleischmarkt – 160 Jobs in Hilden bedroht
Hellmuth OrtmannVion verlässt den deutschen Rindfleischmarkt – 160 Jobs in Hilden bedroht
Vion zieht sich vom deutschen Rindfleischmarkt zurück
Die niederländische Fleischverarbeitungsgruppe Vion steigt aus dem deutschen Rindfleischgeschäft aus. Das Unternehmen wird sein Werk in Hilden bis zum 28. Februar 2026 schließen, wodurch rund 160 Mitarbeiter betroffen sein werden. Der Schritt folgt auf einen gescheiterten Verkaufsversuch und anhaltende Marktprobleme.
Im September 2024 hatte Vion eine Vereinbarung zum Verkauf seiner deutschen Rindfleischsparte, einschließlich des Standorts Hilden, an die Premium Food Group (PFG) getroffen. Das Bundeskartellamt blockierte die Transaktion jedoch mit der Begründung, PFG verfüge bereits über eine zu starke Marktposition. Dadurch sah sich Vion gezwungen, seine Pläne zu überdenken.
Das Werk in Hilden verarbeitete einst bis zu 1.000 Tonnen Rindfleisch pro Woche, doch die Produktion ist mittlerweile auf nur noch 350 bis 400 Tonnen gesunken. Vion führte den Rückgang auf langfristige strukturelle Veränderungen im Markt zurück. Das Unternehmen hatte bereits sein Schlachthof in Perleberg geschlossen und strebt nun einen vollständigen Rückzug aus Deutschland an, um sich stattdessen auf die Benelux-Region zu konzentrieren. Mit der bestätigten Schließung in Hilden nimmt Vion die Suche nach Käufern für seine verbleibenden Standorte in Süddeutschland wieder auf. Mehrere Konkurrenten, darunter Westfleisch, haben bereits Interesse signalisiert, doch konkrete Verträge stehen noch aus. Gleichzeitig laufen Gespräche mit dem Betriebsrat, um einen Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten zu vereinbaren.
Die Stilllegung des Hildener Werks wird bis Anfang 2026 160 Mitarbeiter arbeitslos machen. Vion sucht weiterhin nach Käufern für seine übrigen deutschen Betriebe, doch deren Zukunft bleibt ungewiss. Der Rückzug des Unternehmens aus Deutschland markiert eine deutliche Wende in seiner Unternehmensstrategie.






