24 April 2026, 10:12

Vom Flüchtling zum Studenten: Wie ein Dorf Youssefs Leben veränderte

Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, die von Text und Zahlen umgeben ist.

Vom Flüchtling zum Studenten: Wie ein Dorf Youssefs Leben veränderte

Vor zehn Jahren floh Youssef Messraba aus Syrien und kam verängstigt und ohne zu wissen, was ihn erwarten würde, in Schildgen an. Seine Geschichte seit damals spiegelt sowohl die Herausforderungen als auch die Erfolge von Geflüchteten in Deutschland wider – geprägt von einer lokalen Initiative, die sein Leben und das vieler anderer veränderte.

2015 schlossen sich rund 100 Schildgener Bürger:innen zur Gruppe "Willkommen in Schildgen" zusammen, die sich der Unterstützung neu angekommener Geflüchteter widmete. Sie halfen bei Behördengängen, Arztbesuchen und Deutschkursen. Messraba, der im selben Jahr ankam, fand durch die Initiative Halt und absolvierte eine Ausbildung zum Elektroniker.

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Trotz Vorurteilen, mit denen er während des Wartens auf die Staatsbürgerschaft und an der Universität konfrontiert war, gab er nicht auf. Heute studiert er Elektro- und Medizintechnik und hat einen engen Freundeskreis aus Deutschen aufgebaut. Seine Geschichte ist eine von vielen, die in der Jubiläumsausstellung "Himmel un Ääd" des Fotografen Philipp J. Bösel gezeigt werden – mit 21 farbigen Porträts von Geflüchteten. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Dezember im gleichnamigen Veranstaltungsort zu sehen.

Am 28. November findet dort die Jubiläumsveranstaltung "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" statt. Die Zahlen sprechen für einen größeren Erfolg: Zehn Jahre später sind 72 Prozent der in Schildgen aufgenommenen Geflüchteten erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium, und die meisten sprechen mittlerweile fließend Deutsch.

Messrabas Weg – von Angst und Isolation zu Bildung und Freundschaft – zeigt, wie gemeinschaftliche Unterstützung Leben verändern kann. Die Initiative "Willkommen in Schildgen" half nicht nur Einzelnen wie ihm, sondern schuf auch dauerhafte Verbindungen in der Gemeinde. Ausstellung und Veranstaltung markieren ein Jahrzehnt gemeinsamer Anstrengung und Widerstandsfähigkeit.

Quelle