Wellyou-Kampagne löst mit sexistischen Sprüchen und nackten Models Empörung aus
Oswin MosemannWellyou-Kampagne löst mit sexistischen Sprüchen und nackten Models Empörung aus
Eine umstrittene Werbekampagne des Fitnessstudio-Betreibers Wellyou hat wegen ihrer sexualisierten Inhalte breite Kritik ausgelöst. Der Deutsche Werberat und die Landesfrauenbeauftragte Bremens verurteilen die Clips als sexistisch. Beschwerden häufen sich, viele fordern den sofortigen Stopp der Kampagne. In den Spots sind nackte, muskulöse Models bei Übungen zu sehen, begleitet von Slogans wie "Halt's Maul, heb den Arsch, mach die Beine breit" für Frauen oder "Bis du endlich den größten hast" für Männer. Kritiker werfen der Kampagne vor, die Models zu Objekten zu degradieren und sportliche Leistungen auf platte sexuelle Anspielungen zu reduzieren. Wellyou begründet die Aktion damit, Trainingserfolge wie Kraft, Disziplin und Selbstbewusstsein zeigen zu wollen. Sexuelle Absichten bestreitet das Unternehmen. Auf die Empörung reagierte es bisher nur mit einem Popcorn-Emoji in den sozialen Medien. Es ist nicht das erste Mal, dass Wellyou wegen sexualisierter Werbung in der Kritik steht. Frühere Kampagnen lösten ebenfalls Diskussionen aus – wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Beim Werberat gingen Dutzende Beschwerden über die aktuellen Clips ein, eine ungewöhnlich hohe Zahl für eine einzelne Kampagne. In Bremen können Bürger sexistische Werbung bei der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten melden. Hält diese die Inhalte für unzulässig, kann sie die Entfernung öffentlicher Plakate anordnen. Der Werberat spricht in der Regel öffentliche Rügen aus, die seiner Ansicht nach Wiederholungstäter abschrecken. Offizielle Zahlen zu Rügen sind begrenzt. Zwar wurden im ersten Halbjahr 2024 insgesamt 182 Werbefälle geprüft, doch nur 73 betrafen geschlechtsspezifische Diskriminierung. Daten für 2025 liegen noch nicht vor – das Ausmaß aktueller Beschwerden bleibt damit unklar. Die Zukunft der Kampagne ist ungewiss, der Druck auf einen Rückzug wächst. Wellyou hat bisher keine ausführliche Stellungnahme abgegeben, sondern sich auf die erste Social-Media-Reaktion beschränkt. Unterdessen prüfen die Aufsichtsbehörden, ob weitere Schritte nach den Werberichtlinien nötig sind.






