Westfleisch unter Druck: Ausländische Arbeiter zahlen Tausende für Jobs
Hellmuth OrtmannWestfleisch unter Druck: Ausländische Arbeiter zahlen Tausende für Jobs
Fleischverarbeiter Westfleisch gerät wegen Rekrutierungspraktiken ausländischer Arbeitskräfte in die Kritik
Dem deutschen Fleischverarbeiter Westfleisch werden fragwürdige Einstellungspraktiken bei der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte vorgeworfen. Berichten zufolge zahlten Beschäftigte aus Vietnam und Indien hohe Summen an Vermittler, um eine Stelle im Unternehmen zu erhalten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe kündigte das Unternehmen nun Änderungen im Rekrutierungsprozess an.
Laut den Vorwürfen sollen Arbeiter aus Vietnam und Indien überhöhte Gebühren an Zwischenhändler entrichtet haben, um eine Anstellung bei Westfleisch zu erhalten. Ein vietnamesischer Bewerber habe demnach bis zu 13.000 Euro für einen Arbeitsplatz gezahlt. Das Unternehmen gibt an, erst nach der Ankunft der Arbeitskräfte in Deutschland von diesen Praktiken erfahren zu haben.
Westfleisch hatte in den vergangenen Jahren vermehrt Personal aus sogenannten Drittstaaten in Asien angeworben, meist im Rahmen eines kurzfristigen Arbeitsmodells. Als Reaktion auf die Kritik kündigte das Unternehmen nun an, eine eigene Personalvermittlungsagentur in Vietnam aufzubauen. Damit soll die Abhängigkeit von externen Vermittlern verringert und die Transparenz bei der Einstellung verbessert werden.
Die neue Agentur wird künftig die Anwerbung direkt übernehmen und so den Einfluss Dritter minimieren. Westfleisch erhofft sich von diesem Schritt, künftige Fälle überhöhter Gebühren für ausländische Arbeitskräfte zu verhindern. Ob betroffene Mitarbeiter eine Entschädigung erhalten, ließ das Unternehmen bisher offen.






