18 June 2026, 22:07

Wie der Ford-Streik 1973 migrantische Arbeiter in Köln prägte

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Wie der Ford-Streik 1973 migrantische Arbeiter in Köln prägte

Ein neues Buch mit dem Titel „Der Streik half mir, als junger Mensch Kraft zu entwickeln: Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus“ untersucht historische und aktuelle Arbeitskonflikte von migrantischen Beschäftigten in Deutschland. Herausgegeben von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis wirft es ein Licht auf einen entscheidenden Moment im Jahr 1973, als Arbeiter mit Migrationshintergrund im Ford-Werk Köln bessere Arbeitsbedingungen und höheren Lohn forderten.

Am 30. August 1973 legten migrantische Beschäftigte im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder, um für verbesserte Arbeitsbedingungen und eine zusätzliche D-Mark pro Stunde zu kämpfen. Polizei und Werksschutz griffen ein, um den Protest gewaltsam zu unterdrücken. Die Streikenden berichteten später von Schikanen durch Vorarbeiter und einige deutsche Kollegen – manche beteiligten sich sogar an den Angriffen auf die Demonstranten.

Das Buch analysiert dieses Ereignis als Wendepunkt für die Selbstermächtigung von Migrant:innen in Deutschland. Es beleuchtet zudem weitere erfolgreiche Arbeitskämpfe desselben Jahres, etwa bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt. Die Herausgeber:innen präsentieren unterschiedliche Perspektiven auf die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall während des Ford-Konflikts.

Über die historische Aufarbeitung hinaus verbindet die Publikation die damaligen Kämpfe mit heutigen Arbeitskonflikten – etwa denen von Fahrradkurieren in Berlin.

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Das 467 Seiten starke Hardcover-Buch kostet 22 Euro. Es dokumentiert die Bedeutung des Ford-Streiks für antirassistische Debatten und seine Rolle als Inspiration für migrantische Arbeitsbewegungen. Ziel des Werks ist es, diese Geschichten von Widerstand und Solidarität zu bewahren und neu zu erzählen.

Quelle