Wiesbadens Karnevalsfigur wird zur Gans am End – nach juristischem Streit mit Mainz
Oswin MosemannWiesbadens Karnevalsfigur wird zur Gans am End – nach juristischem Streit mit Mainz
Wiesbadens berühmte Karnevals-Figur bekommt einen neuen Namen – und ein leichtes Redesign
Die letzte Wagenfigur im Rosenmontagszug, lange als Zugen(d)te bekannt, heißt künftig Gans am End. Die Umbenennung folgt auf eine juristische Beschwerde, weil die Figur eher einer Gans als einer Ente ähnelt.
Auslöser des Streits war eine Klage von Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainz 05 Karnevalsvereins. Er monierte, dass Wiesbadens Zugen(d)te zu stark an die Mainzer Tradition erinnere, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Die Figur, die traditionell den Zug abschließt, orientiert sich am Finale des Mainz Rosenmontagszugs.
Die Wagenbauer einigten sich auf eine Überarbeitung der Markierung, behalten die Tierfigur selbst aber bei. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Dacho-Vereins, bestätigte, dass die bisherige Beschriftung entfernt wird. Auch die optische Ähnlichkeit der Figur mit einer Gans führte zur Namensänderung.
Beide Städte teilen eine lange Karnevalstradition, die auf der Verspottung von Autoritäten beruht. Während Mainz' Bräuche, geprägt von der 1838 gegründeten Karnevalsgesellschaft, auf ein Fürsten-Trio setzen, sind Wiesbadens Varianten von der Nähe zu Frankfurt beeinflusst. Doch konkrete Unterschiede bei den Abschlussfiguren der Umzüge sind nicht dokumentiert.
Die nun in Gans am End umbenannte Figur wird künftig ohne rechtliche Konflikte den Wiesbadener Zug beschließen. Das Design bleibt bis auf die aktualisierte Beschriftung largely unverändert – der Streit ist damit beigelegt, der spielerische Karnevalsgeist aber erhalten.






